«Augmented Reality» bei den SBB

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Die SBB investieren in eine Technologie mit dreidimensionalen Computerbildern. Das könnte die Arbeit an den Gleisen auf den Kopf stellen. Was so futuristisch klingt, ist es auch: «Augmented Reality», auf Deutsch «erweiterte Wirklichkeit», steht auf der Investitionsliste der SBB. Die SBB will hier eine Augmented-Reality-Plattform schaffen.

Die Technologie erlaubt es dank Computerunterstützung, die reale Umgebung mit zusätzlichen Informationen und Elementen anzureichern. Man kennt es von Videospielen. Doch das datenintensive Verfahren kann mehr als Unterhaltung – sie hat das Potenzial, die Branche zu revolutionieren. Auch Unternehmen wie die DB oder die SNCF experimentieren damit.

Kosten könnten sinken

Die SBB sind noch nicht ganz sicher, wie sie die revolutionäre Technologie im Alltag einsetzen wollen. Aber sie sehen grosses Potenzial. Augmented Reality könne Kosten senken und die Qualität steigern, betont die Ausschreibung im Informationssystem für öffentliches Beschaffungswesen (Simap). SBB-Sprecher Oliver Dischoe schreibt: «Es ist noch nichts spruchreif.» Er nennt aber mögliche Anwendungsbeispiele: «Dass Elektromonteure dank Anzeige der Reparaturanleitungen auf einer Datenbrille beide Hände frei haben zum Arbeiten.» Die SBB-Plattform könnte auch die Arbeiter auf den Gleisen mit Informationen versorgen. Dank ­einer Datenbrille brauchten sie dann nicht mehr mühsam in Handbüchern zu blättern.

Dischoe nennt ein weiteres Beispiel:

«Wenn ein Mitarbeiter über die Gleise läuft und eine Weiche sieht, könnte das Datum der letzten Wartung oder die aktuelle Temperatur der Weichenheizung eingeblendet werden.»

Kosten werden noch nicht bekannt gegeben

Im Kundenbereich haben die SBB bereits mit Augmented Reality experimentiert. Für den unübersichtlichen Zürcher Hauptbahnhof wurde eine Handy- oder Tablet- App entwickelt. Wer mit ihrer Hilfe durch den HB läuft, erhält eingeblendete Zusatzinfos oder Richtungsanweisungen. Die Pilot-App wurde am Digitaltag im letzten Oktober vorgestellt und war, so der SBB-Sprecher, «erfolgreich».

Wie viel nun die Augmented-Reality-Plattform kostet, geben die SBB nicht bekannt. Doch sie meinen es ernst. Die Beschaffung habe «strategische Bedeutung», heisst es in der Ausschreibung. Wer den Zuschlag bekommt, darf die Plattform fünf Jahre lang betreiben. (red/Blick)

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