«Wir wollen, dass dieser Zug ein Erfolg wird»

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SBB CEO Andreas Meyer und Laurent Troger von Bombardier Transportation haben heute gemeinsam Fragen der Verkehrskommission des Nationalrates zur Einführung des neuen Fernverkehrszuges FV-Dosto beantwortet.

Die beiden Unternehmen arbeiten gemeinsam mit Hochdruck an der Behebung der technischen Probleme und der Verbesserung der Zuverlässigkeit. SBB und Bombardier setzen alles daran, dass der Zug möglichst rasch auf der Ost-West-Achse verkehren kann.
Die SBB und Bombardier bedauern die aktuelle Situation und entschuldigen sich bei den Fahrgästen, dass die Stabilität der Fahrzeuge noch nicht den Erwartungen entspricht. Die jetzige Situation ist nicht nur für die Passagiere, sondern auch für das Personal und die Projektteams schwierig.

Meyer und Troger betonen, dass es das primäre Ziel sei, die anspruchsvolle Einführungsphase des neuen Zugtyps gemeinsam und möglichst rasch zu meistern: «Wir wollen, dass der FV-Dosto ein Erfolg wird. Es wird noch eine Weile dauern, bis der Zug in allen Punkten den hohen Kundenanforderungen der Schweiz gerecht werden wird. Wir setzen alles daran, dass dies möglichst schnell geht. Bei den kommerziellen Fragen gibt es noch offene Punkte, diese klären wir später.»

Möglichst rascher Einsatz

Aktuell ist die SBB im Besitz von 12 Fahrzeugen: vier Intercity 200 von insgesamt 23 dieses Typs, fünf Interregio 200 von 30, drei Interregio 100 von neun. Sie verkehren als Interregio Zürich–Chur via St. Gallen und Zürich–Basel (IR 13/37). Sobald die Züge die geforderte Stabilität im fahrplanmässigen Einsatz aufweisen und die Störungen auf ein betrieblich vertretbares Mass reduziert werden konnten, wird die SBB weitere Fahrzeuge übernehmen. Meyer und Troger unterstreichen, dass sie alles daran setzen, dass der Zug möglichst rasch auch als IC 1 zwischen Genf-Flughafen und St. Gallen eingesetzt werden kann.

Verbesserungsmassnahmen

Die Einführung und Inbetriebnahme eines ganz neuen Zuges ist immer anspruchsvoll und führte auch in der Vergangenheit zu Einschränkungen. Erschwerend kommt bei diesem Projekt dazu, dass die Fertigstellung der Züge aufgrund verschiedener Ursachen stark verspätet erfolgt. Entsprechend haben sich die Zeitfenster für Testfahrten und Inbetriebnahme reduziert.

Dank intensiver Begleitung des fahrplanmässigen Betriebs durch SBB und Bombardier konnten die häufigsten Fehlerquellen identifiziert werden. Störungen bei den Türen, Software/Leittechnik, Traktion/Fahrmotoren und bei der Kompressorleistung der Druckluft sind Ursache für mehr als drei Viertel aller Zugstörungen und Ausfälle.

Um die Verfügbarkeit zu steigern, werden als Sofortmassnahme seit Mitte Dezember 2018 Züge durch Techniker von Bombardier und teilweise durch erfahrenes SBB Lokpersonal begleitet. Die Kundenbegleiter wurden wegen Türstörungen verstärkt.

Die Fachleute von SBB und Bombardier tauschen sich täglich aus, um die Funktionsweise der Züge im Betrieb zu analysieren. Ende Januar 2019 haben die Züge eine neue Software für die Türsteuerung erhalten. Zusätzlich haben SBB und Bombardier entschieden, bei den Türen bis Mitte März 2019 eine spezielle Wartung durchzuführen und bis April/Mai 2019 die Fahrzeugsoftware weiter zu optimieren. Damit kann die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge stetig gesteigert werden. Parallel dazu ergreift Bombardier Massnahmen zur Verbesserung des Fahrkomforts.

Keine aufschiebende Wirkung aufgrund Klage

Die von Inclusion Handicap im Januar eingereichte Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts hat keine aufschiebende Wirkung. Die Fahrzeuge können weiterhin im Rahmen ihrer Bewilligung eingesetzt werden.

Wie bei solchen Beschaffungen üblich, hat die SBB mit Bombardier für verspätete Lieferungen Strafzahlungen vereinbart. Über die Höhe der vertraglich vorgesehenen Konventionalstrafen haben die Vertragsparteien – wie bei allen öffentlichen Beschaffungen – Stillschweigen vereinbart. Bisher hat die SBB rund einen Drittel der Gesamtkosten mit Bankgarantien angezahlt. (red/SBB)

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