»DIE KUNDENBEDÜRFNISSE HABEN SICH ENORM VERÄNDERT«

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Kantenschutz wirkt auf den ersten Blick wie ein Randbereich der Industrie, wurde aber fast unbemerkt immer mehr ein wichtiger Bestandteil vieler Industriezweige – auch der Zugindustrie, die DTI Device Technologies Inc. mit Sitz in Boston entwickelt seit 1984 hochwertige Lösungen, die den hohen Anforderungen ihrer Kunden entsprechen. 2018 wurde ein Tochterunternehmen in Hamburg gegründet. Bahn manager sprach mit der CDO Meike Kurzak. 

bahn manager Magazin: In welchen Marktsegmenten sind sie schwerpunktmäßig tätig?

Meike Kurzak: Unser Hauptaugenmerk liegt auf Luftfahrt und Verteidigung, dem Transport, Automobil, Power und Energy, der Lebensmittelindustrie, Telekommunikation und IT sowie der Medizintechnik. In den letzten Jahren mehren sich aber auch die Kundenanfragen aus neueren Marktsegmenten wie etwa der Gaming-Industrie, was wir sehr spannend finden.

Wie haben sich die Kundenbedürfnisse in den letzten Jahren verändert? Gibt es hier bemerkenswerte Entwicklungen?

Gerade in den letzten Jahren haben sich die Kundenbedürfnisse enorm verändert. Die Qualitätsansprüche werden immer höher – aber auch die Ansprüche an das Design. Gleichzeitig müssen unsere Kunden immer schneller auf Nachfrageveränderungen reagieren. Die Welt wird nicht nur anspruchsvoller. Sie dreht sich auch zunehmend schneller. Deshalb haben wir unsere Engineering-Services ausgeweitet und verbessern nicht nur unsere Standardprodukte, sondern entwickeln auch immer häufiger maßgeschneiderte Prototypen – bspw. in Feldern mit hohen Sicherheitsstandards, aber auch im Luxusgüterbereich. Das Prototyping werden wir in den nächsten Jahren sicherlich noch weiter ausbauen.

Welche Ihrer Produkte finden in der Bahnindustrie eine Anwendung?

Wir liefern Schutzlösungen für Elektronik wie Kabelschutz durch Kantenschutz oder Ummantelung sowie Dichtungslösungen, die den hohen Anforderungen der Schienenindustrie entsprechen, wie u.a. EN45545 oder FSt / UV Exposition.

Integration in „Industrie 4.0“. Inwieweit spielen Digitalisierungsprozesse eine Rolle?

Mit der DTi Consulting konzentrieren wir uns schwerpunktmäßig auf die schnellstmögliche Vermessung und fotorealistische 3D Visualisierung von Innenräumen, Industriehubs aber auch Zugabteile. Hier gibt es bei vielen Unternehmen eine hohe Nachfrage. Auf Basis der gewonnenen 3D-Modelle entwickeln wir für unsere Kunden Indoor Navigation Apps und beraten sie bei der Workflowoptimierung sowie bei Sicherheitsfragen. Eine BIM Integration im Bereich Facility Management ist vorgesehen. Die gewonnenen Vermessungsdaten dienen in der Baubranche z.B. als Grundlage für die Baubesprechung. Eine Optimierung der Produktionsplanung und -steuerung kann mit Hilfe einer schnellstmöglichen digitalen Vermessung der weltweiten Produktionsstätten und der darauf aufbauenden 3D-Grundrisspläne und Simulationsmodelle erfolgen. Die internationale Zusammenarbeit kann dadurch vereinfacht werden, so dass Entscheidungsfindungen schneller erfolgen können. Dies führt zu immensen Kosten- und Zeitersparnissen.

Welche Kosten entstehen im Allgemeinen bei der Installation und Wartung von Bauteilen dieser Art und wo kann Spring-Fast® hier konkret Einsparungen erzielen – genauer, wie verhalten sich die Kosten zur Umstellung des Prozesses zu den genannten Einsparungen à Amortisation, Break-Even, Total Cost of Ownership?

Der Einsatz unserer Spring-Fast® Produkte reduziert die Rüstzeiten unserer Kunden drastisch. Prozessanpassungen beim Kunden sind minimal und führen in der Regel zu einer sehr deutlichen Vereinfachung der Prozesse. Zusätzlich werden teure Fehler vermieden, weil auf den Einsatz von Klebstoffen verzichtet werden kann. Darüber hinaus entwickeln und liefern wir unterstützende Werkzeuge, die den Montageprozess vereinfachen und deutlich beschleunigen. Unsere Kunden sparen Kosten, Zeit und Fehlversuche.

Daraus ableitend die Zielgruppe des Produktes im Rail-Sector– also Größe des Unternehmens im Vergleich zu den Kosten der Prozessumstellung.

Die Zielgruppe sind Serienfertiger von Zügen wie Hochgeschwindigkeitszügen, Regionalzügen und Zügen für den Industrietransport genauso wie Entwickler von Prototypen.

Welche Herausforderungen stehen Ihnen bevor, was die Zulassung im europäischen Schienensektor, Disaster Management vgl. DIN EN 45545–2 und RoHS and DFAR compliant angeht?

Die SL-FST-Serie von DTi ist die schnellste, sicherste und zuverlässigste Methode, um Drähte, Kabel und Schläuche vor Abrieb zu schützen. Es lässt sich in Sekundenschnelle mit Fingerdruck anbringen und macht Lösungsmittel, Klebstoffe, Hilfsstoffe und flüchtige organische Verbindungen (VOC) unnötig, während es in der Hälfte der Zeit von herkömmlichen Nylon Kantenschutzprodukten installiert wird. Es ist ideal für anspruchsvolle Transit- und Bahnanwendungen und erfüllt die strengen Prüfanforderungen von EN 45545–2. SL-FST ist vollständig in einer flexiblen halogenfreien, Flammen hemmenden, raucharmen, korrosionsarmen und giftarmen thermoplastischen Verbindung für zusätzlichen Abriebschutz eingekapselt.

Was ist Ihre Prognose zu den Entwicklungen in Ihrer Branche in den nächsten Jahren?

Produktzyklen werden immer kürzer und der Innovationsdruck auf unsere Kunden immer höher. Geschäfts- und Fertigungsprozesse müssen immer zuerst digital gedacht werden, nur so können sie später skalieren und dynamisch an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Nicht zuletzt deshalb sehen wir eine stark wachsende Nachfrage nach unseren Consulting- und Engineering Services.

MEIKE KURZAK
Sie ist Chief Digital Officer der DTi device technologies GmbH und Managing Partner der DTi Consulting in Hamburg. Mit ihrem Team aus Ingenieuren und Consultants betreut sie Branchenführer aus den verschiedensten Industriezweigen in EMEA.

Über DTi device technologies 

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