ÖBB: 2021 ÜBER 2 MILLIARDEN EURO FÜR DIE BAHN-INFRASTRUKTUR

in Bahnmarkt Europa von

Über 17 Milliarden Euro will Österreich mit dem ÖBB-Rahmenplan 2021-2026 in die Bahn-Infrastruktur investieren. 2021 werden 2,13 Milliarden Euro für Projekte in der Region Wien, im Burgenland, in Niederösterreich, in der Steiermark, in Kärnten, in Salzburg und in Oberösterreich ausgegeben.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

„Das ist ein klares Signal im Kampf gegen die Klimakrise“, betonten die ÖBB bei der Vorstellung ihrer aktuellen Pläne. 700 Millionen Euro fließen in Projekte in der Region Ost, um durch bessere Verbindungen für Pendler- und Fernverkehrsdienste qualitativ hochwertigere Dienstleistungen auf den Bahnstrecken und Bahnhöfen in und um Wien bereitzustellen. Zwei Drittel der Bahnpassagiere befinden sich in der Ostregion. Dies ist einer der vielen Gründe, sich auf den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Wien, Niederösterreich und im Burgenland zu konzentrieren.

 „Die ÖBB-Gruppe wird ihrer Verantwortung durch Investitionen in die Schieneninfrastruktur auch im Jahr 2021 konsequent gerecht werden, gerade auch wegen der aktuellen Krise. Mit großen Streckenerweiterungen, vielen neuen Bahnhöfen und einer durchdachten Planungsoffensive schaffen wir die Basis für einen attraktiven, sicheren und klimafreundlichen Schienenverkehr in der Ostregion“,

erklärte der Vorstandsvorsitzende der ÖBB-Holding Andreas Matthä.

Die Projekte in Wien umfassen den Bau einer neuen Verbindung zwischen Hütteldorf und Meidling, eine vierspurige Verlängerung der Südstrecke von Meidling nach Mödling und die Modernisierung der Strecke Meidling-Floridsdorf. Die Bauarbeiten für diese Projekte werden voraussichtlich zwischen 2022 und 2027 beginnen. Bereits 2021 wird die Renovierung der Bahnhöfe Matzleinsdorfer Platz, Franz-Josefs-Bahnhof, Grillgasse und Strebersdorf beginnen, die gesamte Erweiterung des Bahnhofs Praterstern wird im Februar 2021 abgeschlossen sein.

Im Burgenland beinhalten die Projekte Elektrifizierungsarbeiten für die Ostbahn und die Mattersburger Bahn, den Bau der Ebenfurth-Schleife, den Bau einer Bahnverbindung zum Flughafen Wien sowie von Nordburgenland und Ostniederösterreich nach Wien. In Niederösterreich werden Bauarbeiten für den Ausbau einiger Bahnstrecken einschließlich der Strecke Wien-Bratislava sowie für die Zweigleisigkeit der Wien-Pottendorfer Linie durchgeführt. Einige Bahnhöfe werden ebenfalls modernisiert oder rekonstruiert. Errichtet werden Park & ​​Ride-Einrichtungen und eine neue zentrale ÖBB-Ausbildungsstätte in St. Pölten.

In der Steiermark haben die ÖBB eine Bahninvestition in Höhe von 530 Millionen Euro zur Instandhaltung, Modernisierung und Erweiterung des 792 km langen Streckennetzes angekündigt. Im Rahmen der Pläne werden die steirischen Regionalbahnlinien weiter modernisiert. Das Unternehmen wird sich auf die Arbeiten für die neue Südlinie konzentrieren. Für die 33 km lange Koralmbahn werden 13.000 Gleistragplatten produziert und installiert. Durchgeführt werden auch Arbeiten für den 27 km langen Semmering-Basistunnel. Der Infrastrukturbetreiber ÖBB Infra wird die Stationen modernisieren und neue Park & ​​Ride-Einrichtungen bauen, um eine nachhaltige Mobilität zu fördern. In der südlichen Region Kärnten werden 408 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau von 516 km Strecken investiert. Der Koralm-Tunnel wird auch Arbeiten in dieser Region umfassen, während der 8 km lange Karawankentunnel im September 2021 vollständig modernisiert sein wird. Die Elektrifizierung der Bahnstrecken Klagenfurt – Weizelsdorf soll im März starten, dabei werden die Bahnhöfe entlang der Strecke modernisiert.

Fortgesetzt wird der Bau des Kraftwerks Obervellach II als Ersatz für die Bestandsanlagen an den Standorten Obervellach und Mallnitz, um die Erzeugung sauberer Wasserkraft zu steigern. Die geplante neue Anlage steigert die Produktion um mehr als 30 Prozent. Das neue Werk wird 2023 fertiggestellt sein. Die ÖBB wird sich auch auf die Modernisierung der Bahnhöfe der Region Kärnten konzentrieren, um den Fahrgästen mehr Komfort und Zugang zu bieten. In diesem Jahr werden 265 Millionen Euro in Oberösterreich investiert, um ein starkes und belastbares Eisenbahnnetz mit verbesserter Kapazität zu schaffen, das den Straßenverkehr auf die Eisenbahn verlagern kann. Die Bauarbeiten auf der Weststrecke im Bereich Marchtrenk-Wels beginnen, und der Bahnhof Linz Verschiebebahnhof Stadthafen wird fertiggestellt. Der Bahnhof wurde elektrifiziert und wird dieses Jahr direkt mit dem Linzer Hauptbahnhof durch ein zusätzliches Gleis verbunden. Damit entfällt auf den letzten Metern zum Verschiebebahnhof der Wechsel von Elektro- zur Diesellok. Die ÖBB betreiben in Oberösterreich ein Streckennetz von 878 Kilometern sowie 211 Bahnhöfe und Haltestellen.

Die Pläne umfassen den viergleisigen Ausbau der Weststrecke (historisch Westbahn genannt) Wien-St. Pölten-Linz-Salzburg, die Modernisierung der Stationen in der gesamten Region, den Um- und Ausbau des Linzer Vbf. Stadthafen sowie die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts Linz Vbf. West – Linz Signalbrücke beim Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie BMK. Es handelt sich hierbei um den letzten Abschnitt für eine durchgängig viergleisige Weststrecke zwischen Wien und Linz. In der Region Salzburg werden Rekordinvestitionen in Höhe von 160 Millionen Euro für die Modernisierung des 245 Kilometer umfassenden Netzes getätigt. Der Bau des Kraftwerks Tauernmoos wird mit Ziel einer Inbetriebnahme in 2025 fortgesetzt. Die Verlängerung Steindorf-Neumarkt wird Ende 2021 abgeschlossen sein, die S-Bahn-Züge werden auf der fertiggestellten elektrifizierten Strecke Steindorf – Friedburg verkehren können.

Modernisierte Bahnhöfe und zusätzliche Park & ​​Ride-Einrichtungen bieten den Passagieren mehr Kapazität. Vorarlberg wird eine Eisenbahninvestition in Höhe von 66 Millionen Euro erhalten, die die Fertigstellung der Haltestelle Altach, den Ausbau der Strecke Lustenau – Lauterach, den Bau weiterer Parkplätze an den Bahnhöfen, barrierefreie Maßnahmen und laufende Wartungsarbeiten unterstützt. Das gesamte 104 km lange Netz nutzt derzeit grünen Traktionsstrom, die Projekte werden eine Leistungssteigerung bringen.

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