„Es werden alle Werke erhalten!“

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Die DB hat jetzt endlich Antworten auf die Fragen zur Zukunft der Instandhaltungswerke mit ihren tausenden Beschäftigten gegeben. „Es werden alle Werke erhalten!“, erklärte der Vorstand Verkehr und Transport der DB AG, Berthold Huber, auf der BR-Vollversammlung der DB Fahrzeuginstandhaltung am Mittwoch in Berlin. „Wir werden kein Werk schließen.“

Grund ist die spürbar gestiegene Auslastung der Werke in den vergangenen Monaten. Insgesamt erwartet der DB Konzern für 2017, dass die Verluste des Vorjahres halbiert werden können.

Huber legte die Grundzüge der künftigen Werkestrategie der DB FZI dar. Mit drei Maßnahmen soll die Auslastung weiter gesteigert, Arbeit in den Werken generiert und die Leistung verbessert werden:

Drittkundengeschäft intensivieren. Das Ziel, in diesem Jahr 8 Prozent mehr Umsatz in diesem Segment zu erwirtschaften, werde bereits übertroffen.
Chancen der Digitalisierung nutzen. DB FZI müsse für eine Durchlässigkeit der Daten über die Fahrzeuge sorgen. So könnten Arbeiten standort-übergreifend standardisiert werden.
Mit den Aufgabenträgern sprechen. Die DB wolle die Aufgabenträger davon  überzeugen, dass sie SPNV-Ausschreibungen nicht an Neufahrzeuge knüpfen. Vorhandene Fahrzeuge könnten genauso gut für eine Ausschreibung neu aufbereitet bzw. modernisiert werden. „Dafür müssen wir dann aber auch pünktlich liefern können. Neufahrzeuge werden nicht immer pünktlich geliefert.“ ´
In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es heiß her. Viele Aussagen Hubers und des Vorsitzenden der Geschäftsführung der DB  FZI, Uwe Fresenborg, wurden von den anwesenden Interessenvertretern i Frage gestellt. Der Konzernleitung fehle der Kontakt zur Basis. Notwendigkeiten und Gegebenheiten in den Werken werden verkannt. Auch gehe die Wahrnehmung des Vorstandes an den Ängsten der Kolleginnen und Kollegen vorbei. Qualifizierungsmaßnahmen für über 50jährige an neuen Standorten können nicht die Lösung sein, wenn das Konzept fehlschlägt.

Der Vorsitzende des KBR DB AG, Jens Schwarz, mahnte deshalb den Vorstand, den integrierten Konzern nicht nur zu predigen, sondern auch zu leben. Er sehe für die anstehenden Aufgaben keine einfachen Lösungen. Das DB-Konzept könne nur ein erster Schritt ein, der nur mit Ruhe angegangen werden könne. Er forderte ein Personalkonzept für jeden einzelnen Standort. „Die Kolleginnen und Kollegen haben es satt, Angst um ihre Arbeitsplätze haben zu müssen.“

EVG-Vize Klaus-Dieter Hommel sieht in der vorgestellten Werkestrategie zwar ein positives Moment, fordert aber zugleich, auf die Sorgen der betreffenden Kolleginnen und Kollegen einzugehen. „Die groben Rahmenbedingungen tragen wir mit. Jetzt erwarten wir eine dauerhaft-perspektische Ausrichtung des Konzeptes. Nur dann werden wir es als langfristige Job-Garantie für die Kolleginnen und Kollegen anerkennen.“ (red/EVG)

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