Zum Schnäppchenpreis: Italiener wickeln Trainose-Deal ab

in Bahnmarkt Europa von

Der Verkauf der griechischen Staatsbahn Trainose an die italienische Staatsbahn FS  für 45 Millionen Euro ist jetzt perfekt. Während des griechisch-italienischen Regierungstreffens auf Korfu wurde am 14. September die Transaktion formell zu Ende geführt.

Von Hermann Schmidtendorf

Besiegelt wurde der Deal in Anwesenheit der Regierungschefs beider Länder Alexis Tsipras und Paolo Gentiloni sowie zahlreicher weiterer Minister. Zwar war der Kauf bereits im letzten Jahr verkündet und, wie berichtet, im Januar vorläufig unterzeichnet worden. (s. bahn manager Magazin 1/2017). Doch dann waren noch diverse Prüfungen durchzuführen sowie die Zustimmung  der Europäischen Union einzuholen.

Der CEO der FS Italiane Renato Mazzoncini zeigte sich erfreut: “Dieser Abschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt zum internationalen Wachstum der FS-Gruppe entsprechend unserem Geschäftsplan 2017-2026. Von jetzt an hat Trainose die Möglichkeit, zu wachsen und sich zu entwickeln, sie kann sich verlassen auf unser Know-How und unsere Erfahrung.” Derzeit erzielt die FS-Gruppe 15 Prozent ihrer Umsätze außerhalb des Heimatlands.

500 Millionen Euro für Rollmaterial

Mazzoncini kündigte an, in Griechenland 500 Millionen Euro in den Ankauf neuen Rollmaterials zu investieren. Dadurch soll das Niveau der Angebote erhöht und der Fahrplan verbessert werden. Trainose ist bislang das einzige griechische Bahnunternehmen mit umfassender Fahrlizenz. Nach aktuellen Angaben beförderte es 2016 15,6 Millionen Personen – 10,1 Millionen im Vorstadtverkehr und 5,5 Millionen im Regionalverkehr. Außerdem wurden 1,1 Millionen Tonnen Güter befördert. Erzielt wurden Umsätze von 120 Millionen Euro bei einem Gewinn von 3,3 Millionen Euro. Die aktuelle Beschäftigtenzahl wird von Trainose mit 672 Personen angegeben. Täglich werden 350 Züge im Personen- und Frachtverkehr befördert – eine Zahl, die sich nach den Plänen der neuen italienischen Eigentümer vor allem im Frachtverkehr deutlich erhöhen könnte.

Im Bild: Fabrizio Favara, Chefstratege der italienischen Staatsbahn

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