Allrail: Mehr Wettbewerb auf der Schiene ist die Lösung

in Bahnmarkt Europa von

In den vergangenen Tagen war viel über den erstaunlichen Brandbrief des Vorstandsvorsitzenden der DB, Richard Lutz, in den Medien zu lesen. 

Er schreibt darin u.a.:

  • Es gibt tiefgreifende „operative Schwächen“ bei der DB; zudem werde das bereits auf 2,1 Milliarden Euro reduzierte Ergebnisziel voraussichtlich nicht erreicht1.
  • Verspätungen und Kundenzufriedenheit im Fernverkehr haben sich verschlechtert.

Viele Medien machen den Konkurrenten FlixBus für die schlechte Ertragslage mitverantwortlich. Um die Lage zu verbessern, schlägt Herr Lutz nun vor, dass die DB-Unternehmen noch enger „zusammenrücken“ sollten. Zudem deutet er an, dass zusätzliche Steuergelder beantragt werden müssen.

Die Bahnen von ALLRAIL widersprechen dieser Analyse, wie auch der vorgeschlagenen Maßnahme.

Mehr Wettbewerb ist nämlich nicht das Problem, sondern die Lösung. In anderen Ländern in Europa hat Wettbewerb auf der Schiene zwischen unterschiedlichen Fernverkehrsanbietern (1) Qualität und Leistungsfähigkeit verbessert, (2) Fahrpreise gesenkt sowie (3) zusätzliche Fahrgäste dazu veranlasst, mit der Bahn zu reisen. In Italien zum Beispiel hat sich die Nachfrage mehr als verdoppelt, selbst die italienische Staatseisenbahn sagt heute, dass Wettbewerb auf der Schiene „eine positive Entwicklung gewesen ist. Wir fürchten uns nicht; Wettbewerb führt dazu, dass wir effizienter sind.“

ALLRAIL-Generalsekretär Nick Brooks sagt:

„Durch mehr Wettbewerb auf der Schiene kann man die Effizienz steigern, ohne auf zusätzliche Steuergelder zurückgreifen zu müssen“.

Wir glauben, dass die deutsche Bundesregierung die richtigen Rahmenbedingungen setzen muss, damit Newcomer in den Markt einsteigen wollen, zum Beispiel:

(1) Keine Diskriminierung bei Trassenvergaben, (2) fairer Zugang zum Wagenmaterial und dessen Finanzierung, und die (3) Öffnung der DB-Vertriebskanäle sowie ein transparenter Datenaustausch.

Nick Brooks meint weiter:

“Der Brandbrief sollte nicht als Vorwand genutzt werden, um eine noch engere Verflechtung von Netz und Betrieb zu rechtfertigen. Damit kann man jede Hoffnung auf einen wettbewerbsfähigen Markt in Deutschland aufgeben. Wenn weiteres „Zusammenrücken” bei der DB geschieht, dann werden ihre Krisen zu einem Dauerproblem.“

(red/Allrail)

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