AUS DIESEL- WIRD ELEKTROBUS: „I SEE ELECTRIC BUSSES“ RÜSTET IN SCHLESWIG-HOLSTEIN DB-TOCHTER AUTOKRAFT AUS

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Auf der 11. E-Bus-Konferenz von VDV und Forum für Verkehr und Logistik im Februar in Berlin hatten wir darüber gesprochen, jetzt stellte der Geschäftsführer der I See Electric Busses GmbH erfreut der DB-Tochter Autokraft den ersten umgerüsteten E-Bus vor

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Damit wird künftig in Schleswig-Holstein bundesweit der erste von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstete Elektrobus regulär im Einsatz sein. In Kiel wurde der Bus als Teil des Pilotprojektes „PilUDE“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der umgerüstete Linienbus des 12 Meter langen Modells MAN Lions City wird auf verschiedenen Linien in Niebüll unterwegs sein und kann rund 200 bis 250 Kilometer ohne Zwischenladung zurücklegen. Aufgetankt wird in der Nacht auf dem Betriebshof der Autokraft in Niebüll.

„Wir arbeiten schon seit längerem an diesem Projekt, das wir auf dem Berliner E-Bus-Forum präsentierten“,

erklärte I See-Geschäftsführer Andreas Pfeffer dem bahn manager. „Es ist natürlich toll, dass wir mit der Deutschen Bahn gleich einen so prominenten Partner überzeugen konnten. Bei den Busunternehmen der DB ist gut bekannt, dass Elektrobusse im Vergleich zu herkömmlichen Dieselfahrzeugen keine direkten Schadstoffe oder Lärm erzeugen und somit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Deshalb freuen wir uns, dass wir mit der Deutschen Bahn das Thema Elektromobilität weiter voranbringen können – nicht nur auf der Schiene, sondern auch auf der Straße.“

Das Konzept der Umrüstung wurde in Schleswig-Holstein durch die I SEE Electric Busses GmbH und den GreenTEC Campus in Enge-Sande entwickelt und umgesetzt. Erprobt und intelligent mit Wind- und Solarenergie beladen, wurde der Bus auf dem Testgelände des GreenTEC Campus in Enge-Sande getestet, wo das Projekt erfolgreich vom Technologie- und Innovationsberatungsunternehmen EurA AG mit der Niederlassung aus Enge-Sande geleitet wurde. Das Projekt begann im Oktober 2018 und wurde im Dezember 2019 erfolgreich abgeschlossen. Für die Umrüstung wurden Motor, Antriebsstrang, Tank und Getriebe ausgebaut sowie Achse, Batteriepacks, Nebenaggregate und Steuergeräte eingebaut. „Natürlich kommen alle neuen Elemente von renommierten deutschen Herstellern, und der deutsche Norden ist bewusst prominent gewählt“, unterstreicht gegenüber bahn manager Geschäftsführer Pfeffer. „Das ist ein deutscher Bus und bleibt es auch nach dem Umbau, der demnächst in Serie gehen soll – so stützen wir auch einheimische Arbeitsplätze.“

Das Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt, damit Dieselbusfahrzeuge auf einen batterieelektrischen Antrieb umgerüstet und damit ein Umstieg auf batterieelektrische Busse im öffentlichen Nahverkehr ermöglicht werden kann – zu einem geringeren Preis und deutlich schneller als bei der Anschaffung neuer E-Bus-Fahrzeuge. Nicht verwunderlich war es deshalb, dass sich bei der Präsentation zahlreich Prominenz einstellte. „Ob Bahn oder Bus – ein zukunftsfähiger ÖPNV verlangt zukunftsfähige Konzepte“, betonte Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein. „Es ist toll, dass die Autokraft gemeinsam mit der I SEE Electric Busses GmbH und der GreenTEC Campus GmbH dies mit vorantreibt und somit auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in Schleswig-Holstein beiträgt.“

Frank Klingenhöfer, Vorstand DB Regio Bus, unterstrich:

„Für uns als ÖPNV-Betreiber stellt die Umrüstung vorhandener ÖPNV-Dieselbusse eine ressourcenschonende, nachhaltige, kostengünstige und sehr schnell verfügbare Ergänzung zur Neubestellung von E-Bussen dar. Damit leisten wir als Deutsche Bahn einen wichtigen Beitrag für einen sauberen Straßenverkehr in Deutschland.”

Und Jan Philipp Albrecht, SWH-Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, sah gar die „Umrüstung auf die Zukunft. Aus Verbrenner wird E-Antrieb, betrieben mit Erneuerbarer Energie. Damit kann ein sehr wichtiger Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden.“

Unterstützt wurde das Projekt mit Fördermitteln der Europäischen Union – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) und Landesmitteln für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein. Übrigens übernahm zum 1. Juli Daniel Marx den Vorsitz der Regionalleitung bei DB Regio Bus Nord. Er verantwortet somit alle dazu gehörenden Busunternehmen wie Autokraft, Weser-Ems Bus, Regionalbus Braunschweig und Haller Busbetriebe. Der bisherige Vorsitzende Arne Schneemann übernimmt in der Zentrale von DB Regio Bus in Frankfurt/Main die Verantwortung für das Programm „Starker Bus“. In der neuen Funktion hat er die Chance, das Schleswig-Holsteiner Zukunftsmodell der umgerüsteten E-Busse auch in andere Regionen zu tragen.

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