DB mindbox: Bahn zu mehr Pünktlichkeit erziehen

in Märkte & Player von

Zwei Startups aus dem Mindbox-Accelerator der Deutschen Bahn in Berlin haben Meilensteine erreicht. Beide Innovationen sollen Verspätungen vermeiden. Man kann jede Woche Streckenwärter hinaus auf die Gleise schicken. Oder Sensoren in Eisenbahn-Schwellen einbauen. Letzteres hat sich das mit Millionen finanzierte Startup Konux vorgenommen.

Wenn sich ein Zug nähert, messen Sensoren die Bewegung im Gleisbett. Die Daten werden an eine Zentrale gefunkt und dort ausgewertet. Senkt sich die Schienenschwelle unter der Last des Zuges zu stark, muss Schotter nachgefüllt werden. Das Startup ist in der Lage, den Zeitpunkt für eine solche Reparatur vorauszusagen und damit Verspätungen zu vermeiden.

Konux liegt in den letzten Zügen eines Vertrags mit der Bahn. „2018 wollen wir eine größere Zahl Weichen der Deutschen Bahn mit unseren Sensoren ausstatten“, sagt Konux-CEO Andreas Kunze. Die genaue Zahl will er noch nicht nennen. Bei einem Projekt in Schweden wurden bereits 50 Systeme verbaut. Der Anfang ist also gemacht. Auch wenn er noch klein scheint – angesichts von 70.000 Weichen allein im Netz der Deutschen Bahn.

Vincent Genz, der Geschäftsführer des vor fünf Jahren in Berlin gegründeten Startups Siut, kann derweil schon erste Ergebnisse vorzeigen. Eine Bahnsteigkante im S-Bahnhof Bad Cannstadt bei Stuttgart leuchtet Rot, Gelb oder Grün. Siut hat sich darauf spezialisiert, Lichtfasern in Beton einzubauen. Fahrgäste werden mit den Farb-Signalen darauf hingewiesen, wo sich die Türen der einfahrenden S-Bahn befinden und demnächst auch, ob die Wagen leer oder voll sind.

Auch Genz will dadurch den Bahnverkehr optimieren, Haltezeiten verkürzen und die Pünktlichkeit erhöhen. Die smarten Betonsteine werden von einem Computer auf dem Bahnsteig mit Informationen über den ankommenden Zug versorgt – in Echtzeit, wie Genz betont.

Anscheinend haben Verkehrsunternehmen Interesse an der smarten Technologie: Die Berliner BVG hat sich bei Genz nach der Technik erkundigt. Wenn Fahrgästen in der Hauptstadt also demnächst beim Warten ein Licht erscheint, könnte Siut dahinter stecken. (red/Gründerszene)

zur Startseite
nach oben gehen