Bahnpersonal dringend gesucht

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Zwei Meldungen dieser Tage zeigen erneut: Es gibt zu wenig Eisenbahner! Bei DB Regio Mitte werden komplette Zugverbindungen gestrichen, weil Lokführer fehlen. Die ODEG macht es richtig und lädt erneut zu Umschulungskursen.

Von Hermann Schmidtendorf

Die Pressemeldung klang dramatisch: “Weiter Zugausfälle im Mittelhessennetz – Regionalbahnlinie RB 49 betroffen.” Zugausfälle könnten auch “in den nächsten Tagen nicht ausgeschlossen werden”. Grund seien der “hohe Krankenstand bei den Lokführern der DB Regio Mitte am Einsatzstandort Gießen in Verbindung mit nicht aufschiebbaren Urlaubsansprüchen”. Im Sommer 2013 war der Mainzer Hauptbahnhof praktisch vom Netz genommen worden, weil Krankenstand und Urlaubszeit keine Besetzung des zuständigen Stellwerks erlaubten – ein schwerer Imageschaden für den Bahn-Champion.

Damals hatte die Deutsche Bahn eine massive Personalrekrutierung begonnen. Doch auch im Juli dieses Jahres war ein Stellwerk nicht durchgehend zu besetzen – das elektronische Stellwerk Alzey. Diesmal fehlten wegen Krankheit und einer persönlichen Notsituation zwei Mitarbeiter zusätzlich zu denjenigen, die planmäßig Urlaub nahmen – nachts musste das Stellwerk über vier Stunden unbesetzt bleiben, die Privatbahn vlexx musste je Nacht bis zu sechs Züge ausfallen lassen.

Die in Berlin ansässige Ostdeutsche Eisenbahn GmbH ODEG will nicht warten, bis es zu spät ist. Daher startet sie eine neue Einstellungsoffensive. “Der Startschuss für die nächste Qualifizierung zum Servicemitarbeiter im Nahverkehr (m/w) ist der 3. September 2018. Die Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer (m/w) beginnt am 17. September 2018”, heißt es in einer Mitteilung. Bewerben könnten sich Interessierte zwischen 19 und 60 Jahren aus allen Berufszweigen: “Die Qualifizierungen bei der ODEG sind durch den TÜV zertifiziert, und die praxiserfahrenen Ausbilder werden regelmäßig weitergebildet.”

Wie lassen sich Mitarbeiter für Bahnberufe gewinnen? Wie müssen Bahnunternehmen ihr Image schärfen, damit sie als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden? Diese Fragen behandelt auch der Themenschwerpunkt der neuesten Ausgabe 4/2018 des bahn manager.

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