BELGIEN: REDUZIERTE TRASSENGEBÜHREN FÜR SCHIENENGÜTERVERKEHR BIS ENDE JUNI 2021

in Bahnmarkt Europa von

Die belgische Regierung will den Schienengüterverkehr (SGV) finanziell unterstützen. Bis zum 30. Juni gilt für Güterzüge ein ermäßigter Tarif, Stornierungs- und Reservierungskosten entfallen.

von Hermann F. Schmidtendorf

Das Förderprogramm hat ein Budget von 6,8 Millionen Euro und gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2021. Es soll den SVG-Unternehmen helfen, die anhaltende Pandemie zu bewältigen. Das Unterstützungsprogramm war ein Vorschlag des stellvertretenden belgischen Premierministers und Mobilitätsministers Georges Gilkinet und wurde am 12.März 2021 vom Ministerrat angenommen.

Bis zum 30. Juni 2021 gilt für die Trassenzugangsgebühren der tatsächlich durchgeführten Verkehre eine lineare Reduzierung von 0,75 Euro pro Zug/km. Darüber hinaus werden die Stornierungskosten und Reservierungskosten für Bahnstreckennutzung für diesen Zeitraum annulliert. Die geschätzten Beträge werden basierend auf den Beträgen korrigiert, die das belgische Schieneninfrastruktur-Unternehmen Infrabel den SGV-Unternehmen tatsächlich in Rechnung stellt. Wenn die Krise anhält, wird eine neue Schätzung für eine mögliche Ausweitung der Maßnahmen über den 30. Juni 2021 hinaus vorgenommen, schreibt Minister Gilkinet auf seiner Website.

Im Januar gab es in Belgien 12 Prozent weniger Güterverkehr als im Vorjahr. Dieser Rückgang des Güterverkehrs setzt die Bahnunternehmen unter Druck. Sie sind jedoch für die Mobilitätspolitik von entscheidender Bedeutung, um das Ziel der Regierung zu erreichen, das Volumen des Schienengüterverkehrs bis 2030 zu verdoppeln.

„Die jüngsten Maßnahmen zum Schutz unserer Gesundheit und zur Bekämpfung der Pandemie haben erhebliche Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und auf kritische Sektoren wie den Schienengüterverkehr. Die heutige Entscheidung der Bundesregierung ist eine wichtige Unterstützung für unsere Unternehmen, die ihre fertigen Produkte täglich auf der Schiene transportieren, und für die Eisenbahnunternehmen, die durch ihre Aktivitäten die Anzahl der Lastwagen auf der Straße reduzieren“, erklärte Gilkinet. „Als Mobilitätsminister bin ich davon überzeugt, dass die Schiene für die Post-Covid-Ära von zentraler Bedeutung ist. Ich möchte mich auf die Zukunft vorbereiten, indem ich dem Sektor helfe, die Folgen der Krise zu bewältigen.“

Die Europäische Kommission erlaubt derzeit ausdrücklich, Güterzüge auf Schienen der EU sogar kostenlos fahren zu lassen. Diese weitreichendste Erleichterung haben derzeit SGV-Unternehmen in Österreich, Luxemburg und Frankreich. Frankreich verzichtet bis Jahresmitte auch auf Stornierungsgebühren für abgesagte Zugverkehre. In Deutschland zahlen SGV-Unternehmen ohne Bezug zur Pandemie die Hälfte der normalen Trassengebühren.

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