Bilanzberichte zu Siemens und Bombardier

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Gemischte Stimmungslagen zeigen die neuesten Bilanzberichte der Technologiekonzerne Siemens und Bombardier. Während die Siemens-Mobility-Sparte ein Umsatzplus von 8,1 Prozent verzeichnete, besteht beim kanadischen Bombardier weiter Sanierungsdruck.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager

Bei der Vorstellung der Bilanz 2017/18 erklärte Siemens-CEO Joe Kaeser, die Sorgenkind-Abteilung Power and Gas, welcher der weltweite Einbruch bei Bestellungen von Gasturbinen zu schaffen macht, werde durch das “sehr robuste Servicegeschäft” stabilisiert. Dennoch wurde ein weiterer weltweiter Stellenabbau angekündigt. In Deutschland ist von 2.900 Stellen die Rede, von denen 2.300 in der Kraftwerkssparte entfallen.

Insgesamt steht durch die Serviceverträge die unter Druck stehende Kraftwerkssparte bei Siemens besser am Markt als die Konkurrenz General Electric, die nach der Übernahme der entsprechenden Sparte von Alstom den Markt der großen Gasturbinen anführt. Insgesamt generierten fast alle Sparten bei Siemens Gewinne, vor allem auch die Verkehrssparte. Der Bereich Mobility steigerte die Umsätze 2018 auf 8.758 Millionen Euro.

Auch bei Bombardier spricht man von positiven Zahlen – im dritten Quartal 2018 stiegen die Umsätze des Flugzeug- und Zugherstellers mit 267 Millionen Dollar wieder in den Plusbereich. Der operative Cashflow blieb jedoch negativ, erklärte  Konzernchef Alain Bellemare. Daher soll erneut ein Stellenabbau stattfinden, der im Bahnbereich weltweit etwa 1300 Stellen betreffen soll. In den deutschen Bahnwerken von Bombardier entfallen bereits jetzt bis 2020 insgesamt 2200 Arbeitsplätze. Bislang gilt die Zusage, dass keines der deutschen Produktionswerke komplett geschlossen wird.

Die Stellenabbaupläne sind offenbar auch vor dem Hintergrund einer Tendenz zur Abschottung auf den Weltmärkten bei gleichzeitigen Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche finanzielle Präferenzen für landeseigene Hersteller zu sehen. In einem, so das Handelsblatt, “Brandbrief” klagt die deutsche Bahnbranche gegenüber der EU-Wettbewerbskommissarin und auch der Bundesregierung, dass bei in die USA gelieferten Bahnfahrzeugen bis 2020 dort eine Wertschöpfung von 70 Prozent stattfinden müsse. In China gilt für U-Bahn-Züge schon heute ein Local Content-Wert von 75 Prozent. Abgeschottet sei auch der Bahnmarkt in Japan. Europa hingegen sei ein für alle offener Bahnmarkt, warnt in dem Schreiben der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) Ben Möbius. Das sei „ein Ungleichgewicht, das nicht gut ausgehen kann“.

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