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„Armutszeugnis“: Sondergutachten attestiert zu wenig Wettbewerb

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Der Wettbewerb auf den deutschen Bahnmärkten ist laut neuem Sondergutachten der Monopolkommission noch immer zureichend. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) sieht in dem Papier, das heute der in Berlin übergeben wurde, ein „Armutszeugnis“.

Das Sondergutachten „Bahn 2017: Wettbewerbspolitische Baustellen“ zeigt, dass das Eisenbahnregulierungsgesetz zum Nutzen der Bahnkunden nachgebessert werden sollte. Es sei nötig, eine transparente Kosten-Nutzen-Bilanz für die Bahn und die mit ihr konkurrierenden Verkehrsträger zu erstellen, damit öffentliche Mittel wirklich dort eingesetzt werden, wo sie den besten Ertrag bringen.

NEE: Drei große Baustellen für die Politik

Der Wettbewerb zwischen der Bahn und anderen Verkehrsträgern wird maßgeblich durch staatliche Finanzierungsmaßnahmen bestimmt. „Derzeit fehlen jedoch Erkenntnisse darüber, wie sich beispielsweise die Zuwendungen für den Straßen- und Schienenbau, die Kfz-Steuer oder eine Bus-Maut, auf diesen Wettbewerb auswirken“, so der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach.

Für Regierung sei das Sondergutachten ein „Armutszeugnis“ und – mit Blick auf die Bundestagswahl – ein „unüberhörbarer Weckruf“. Der NEE-Vorsitzende Ludolf Kerkeling sagte: „Drei Problemfelder müssen sich die Politiker jetzt vornehmen! Erstens: Das nach jahrelangem Zaudern im letzten Jahr beschlossene Eisenbahnregulierungsgesetz greift nicht und muss noch einmal angepackt werden. Zweitens: Die Sonderrolle des bundeseigenen DB-Konzerns hemmt die Entwicklung der Schiene als Ganzes auch weiterhin. Drittens: Den Regeln für Steuern und Nutzerabgaben fehlt der volkswirtschaftliche Kompass!“ (red/NEE/Monopolkommission)

Vossloh platziert 250-Millionen Euro-Schuldschein-Darlehen

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Die Vossloh AG hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 250 Millionen Euro begeben. Die in vier Tranchen strukturierte Transaktion ersetzt einen Großteil des im Jahr 2015 abgeschlossenen und bis Frühjahr 2018 laufenden Konsortialkredits.

Dieser Konsortialkredit bestand ursprünglich aus einem 200 Millionen Euro endfälligen Kreditvolumen und einer 300 Millionen Euro umfassenden revolvierenden Kreditlinie., teilt der Konzern weiter mit. Bereits im März 2017 hatte das Unternehmen 100 Millionen Euro des endfälligen Kreditvolumens vorzeitig gekündigt und zurückgeführt. Die Tranchen des Schuldscheindarlehens mit Laufzeiten von vier und sieben Jahren sind jeweils teils fest und teils variabel verzinst und umfassen ein Volumen von 135 Millionen Euro Euro für vier Jahre beziehungsweise 115 Millionen für sieben Jahre.

Schuster: Hohe Nachfrage unterstreicht das Vertrauen

„Der erfolgreiche Abschluss der Transaktion ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der Finanzierungsstrategie von Vossloh. Wir haben uns für die nächsten Jahre attraktive Konditionen gesichert und durch die gestaffelten Laufzeiten unsere Fälligkeitsstruktur optimiert“, so Oliver Schuster, Finanzvorstand von Vossloh. „Die hohe Nachfrage unterstreicht das Vertrauen der Investoren in Vossloh.“

Begleitet wurde die Platzierung von der BNP Paribas und Helaba. Die Helaba agiert darüber hinaus als Zahlstelle während der Laufzeit der Transaktion. (red/Vossloh)

Premiere: Siemens stellt Prototyp des Rhein-Ruhr Express vor

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Siemens hat den ersten Prototypen des Rhein-Ruhr-Express (RRX) vorgestellt. Im unternehmenseigenen Prüf- und Validationcenter (PCW) in Wegberg-Wildenrath beginnen die Tests des Elektrotriebzuges, teilt der Bahntechnik-Konzern heute mit.

In den kommenden Monaten werden im PCW insgesamt sieben Vorserienfahrzeuge in Betrieb gesetzt. Sie absolvieren ein umfangreiches Testprogramm bevor sie erstmals Testfahrten im öffentlichen Bahnnetz absolvieren. Der RRX soll Ende 2018 seinen Betrieb im Großraum Rhein-Ruhr aufnehmen.

Soussan: Tests zeigen, ob die Fahrzeuge fit sind

„Die Aufnahme der Testfahrten im PCW zeigt, dass wir im RRX-Projekt im Zeitplan liegen. Hier prüfen wir, ob die Fahrzeuge fit sind für ihren täglichen Einsatz in und zwischen den Städten in Nordrhein-Westfalen. Jeder einzelne Zug der gesamten RRX-Flotte wird hier quasi vor der Haustür in Betrieb gesetzt werden“, sagte Sabrina Soussan, Leiterin des Geschäfts mit Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie Lokomotiven von Siemens.

Siemens wurde 2015 von den Zweckverbänden Nahverkehr Rheinland, Nahverkehr Westfalen-Lippe, Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dem Nordhessischen Verkehrsverbund mit der Lieferung von 82 Elektrotriebzügen vom Typ Desiro HC und der Wartung für einen Zeitraum von 32 Jahren beauftragt. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von über 1,7 Milliarden Euro. (red/Siemens)

 

Smart City: DB und Hamburg vereinbaren Kooperation

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Die Deutsche Bahn (DB) und die Stadt Hamburg haben heute eine „Smart City“-Partnerschaft vereinbart, um neue Technologien und Ideen zu nutzen, die den öffentlichen Verkehr, Bahnhöfe und die Citylogistik komfortabler und umweltfreundlicher machen.

Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz (Bildmitte) unterzeichnete mit DB-Chef Richard Lutz (links) und Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, hierzu ein „Memorandum of Understanding“ (MoU), das Projekte für integrierte Mobilität, attraktive Bahnhöfe, intelligent gesteuerte Citylogistik sowie die digitale Vernetzung vorsieht. Die Kooperation läuft zunächst drei Jahre, teilt die DB mit.

Shuttles, Wlan, Co-Working-Space

Geplant sind unter anderem digital buchbare „On-Demand-Shuttles“ nach dem „Ridesharing“-Prinzip, die Einrichtung eines Testgebietes mit autonom fahrenden Elektro-Shuttle-Bussen sowie eine Machbarkeitsstudie zur schrittweisen Automatisierung eines Streckenabschnitts der S-Bahn Hamburg. An Fernbahnhöfen der Hansestadt soll die Aufenthaltsqualität weiter gesteigert werden: Zum Beispiel durch digitale Wegeleitsysteme, leistungsfähiges Wlan und die Integration von Co-Working-Räumen. Auf bisher ungenutzten Lagerflächen will die Deutsche Bahn kurzfristig City Depots einrichten, von denen aus Pakete per Lastenrad ausgeliefert werden. Zudem ist der Aufbau eines Netzes mit „intelligenten Schließfächern“ an bis zu 50 HVV-Bahnhöfen der DB beziehungsweise der S-Bahn Hamburg vorgesehen, an denen Kunden online bestellte Waren abholen können. (red/DB)

 

Alles auf grün: DB investiert in vernetzte Ampelsteuerung

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Nie mehr an roten Ampeln warten: Die Deutsche Bahn Digital Ventures, die den Start-up-Fonds des DB-Konzerns verwaltet, beteiligt sich an Connected Signals Inc. Die DB erhofft sich davon einen Entwicklungsschub für die vernetzte Verkehrssteuerung in Smart Cities.

 Das US-Start-up aus Oregon beobachtet und analysiert die Rot- und Grünphasen von Ampeln und ist dank der intelligenten Verarbeitung dieser Informationen in der Lage, Verkehre optimal zu steuern.

Shuttles sollen die Bahn in der Stadt ergänzen

„Das Unternehmen nutzt Echtzeit-Verkehrsdaten und Künstliche Intelligenz, um Fahrzeuge und städtische Infrastruktur zu vernetzen“, sagt Boris Kühn, CEO der DB Digital Ventures. „Beeindruckend sind die Prognose-Qualität und die Anwendungsmöglichkeiten für autonome Shuttles, die wir als DB bereits erfolgreich testen und unseren Kunden in Ergänzung zur Bahn in den Städten der Zukunft anbieten wollen“, ergänzt Manuel Gerres, CEO und Leiter Neue digitale Geschäftsmodelle.

Sicherer Verkehrsfluss für autonome Fahrzeuge

Die von Connected Signals aufbereiteten Daten werden bereits von Automobilherstellern genutzt, um in aktuellen Fahrzeugmodellen die Dauer der jeweiligen Ampelphasen anzuzeigen. Dies ermöglicht eine vorausschauende Fahrweise entlang der „Grüne Welle“. Wartezeiten an roten Ampeln werden reduziert und dadurch Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß gesenkt. (red/DB)

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