Continental ist der angesehenste Konzern Deutschlands

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Unter den 30 größten börsennotierten Konzernen Deutschlands genießt Continental das höchste Ansehen. Dies ist das Ergebnis einer großen Reputationsstudie, die die Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor exklusiv für das Magazin Capital erstellt hat.

Auf Platz 2 landete in diesem Jahr der Sportartikelhersteller Adidas vor dem Autokonzern Daimler, der Lufthansa und dem Daimler-Konkurrenten BMW. Von den großen deutschen Autoherstellern leidet offenbar allein Volkswagen unter Imageproblemen und der anhaltenden Debatte über manipulierte Abgaswerte bei Diesel-PKW. Der Wolfsburger Autokonzern liegt lediglich auf Platz 16.

Erstmals überhaupt wurde durch die Studie das öffentliche Ansehen von Unternehmen in Deutschland systematisch erfasst. Dazu analysierten Faktenkontor und der Münchner Spezialist für Sprachanalyse Valuescope die Inhalte und die Tonalität von rund 4,5 Millionen Online-Meldungen und Erwähnungen in sozialen Netzwerken – für alle börsennotierten Unternehmen in Deutschland, für ihre CEOs und ihre Aufsichtsräte. Gerade große Konzerne verwenden bereits viel Geld und große Ressourcen darauf, ihr öffenliches Ansehen in sozialen Medien im Internet systematisch zu überwachen. Die Ergebnisse sind oft Grundlage für ausgeklügelte PR- und Kommunikationsstrategien – doch ob und wie diese wirken, bleibt unter Verschluss.

Das Capital-Ranking zeigt: Das Ansehen von Unternehmen und ihren Führungsspitze kann sehr weit auseinanderklaffen. Mehr noch, in vielen Fällen stehen zwar die Konzernchefs gut da, ihre Reputation steht jedoch in kaum oder gar keiner Verbindung zu ihrem Arbeitgeber. Den größten Spagat in dieser Hinsicht muss die Deutsche Post aushalten: Während Post-Chef Frank Appel im CEO-Ranking auf dem 2. Platz glänzen kann, rangiert sein Unternehmen mit Platz 25 ziemlich weit hinten. Ähnlich sieht es bei der Commerzbank aus: Deren Chef Martin Zielke kommt mit seiner persönlichen Reputation immerhin auf einen guten 7. Platz, sein Geldinstitut hingegen liegt auf Platz 30. Umgekehrt fällt auf, dass viele Unternehmen deutlich besser dastehen als ihre Chefs und Aufsichtsräte. Dies gilt besonders deutlich für den Münchner Versicherungskonzern Allianz (als Unternehmen auf Platz 6) und ihren CEO Oliver Bäte (im Chef-Ranking auf Platz 26).

Für das große Reputationsranking sammelten die  Kommunikationsberatung Faktenkontor und der Dienstleister Ubermetrics von Anfang Januar bis Ende September dieses Jahres alle Meldungen in Onlinemedien sowie öffentliche Einträge in sozialen Netzwerken, in denen Unternehmen, ihre CEOs und Aufsichtsräte erwähnt wurden. Erfasst wurden alle börsennotierten Unternehmen im Dax, MDax, SDax und TecDax, zusammengenommen 160 Firmen und 207 Personen. Insgesamt kamen so etwa 4,5 Millionen Textausschnitte zusammen. In einem zweiten Schritt prüfte das Münchner Beratungsunternehmen Valuescope alle Texte auf ihre Inhalte und Tonalität. Dabei wurden fünf Kategorien unterschieden: die Performance des Managements, die Performance als Arbeitgeber, Produkte und Service, Nachhaltigkeit sowie die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Anschließend wurden für jede Kategorie positive und negative Meldungen aufgerechnet und mit unterschiedlichen Gewichtungen in Reputationswerte übersetzt. (red/capital)

Bild: Historische Aktie der Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie.

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