DB-CEO Lutz wartet auf sein Team

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Am Donnerstag dem 19. Oktober sollen bei der DB die neuen Vorstände bestellt werden. Eine endgültige Entscheidung an diesem gewissen Donnerstag könnte sich jedoch schwieriger als gedacht erweisen. Grund: Befürworter und Gegner der Kandidaten sind sich nicht einig und stehen über Kreuz. Chefaufseher Utz-Hellmuth Felcht findet bisher kein Mittel, den Konflikt bei der DB zu beenden.

Zurzeit sind insgesamt drei Vorstandsposten zu vergeben: Güterverkehr und Logistik, Digitalisierung und Technik sowie Personal. Die drei Kandidaten stehen, jedoch ist an jedem etwas auszusetzen. Besonders hervor sticht Jürgen Wilder. Der promovierte Physiker führt seit bald zwei Jahren die Gütersparte DB Cargo. Nach Aussage von CEO Lutz, soll Wilder zum Logistikvorstand befördert werden. Die EVG hat Martin Seiler, bisher Personal-Chef bei der Telekom für Deutschland, als Personalvorstand und Arbeitsdirektor vorgeschlagen. Bei Seiler stehen jedoch Vertragsforderungen im Raum. Insidern zufolge, verlange Seiler eine Art “Antrittsprämie”, die den Gepflogenheiten der DB zuwiderliefe. Digitalfavoritin ist Sabine Jeschke, Professorin für Maschinenbau in Aachen. Diese jedoch steht im Duell gegen den internen Kandidaten Manuel Rehkopf.

Chefaufseher Felcht hofft nun am 19. Oktober auf einen Deal. Über die drei neuen Vorstände soll im Paket entschieden werden – alle oder keiner lautet hier die Devise. Friedensstiftend und ergebnisorientiert sollen mehrere Gespräche im kleinen Kreis wirken, inklusive einer Kennenlernrunde von Kandidaten und Kontrolleuren. Die Gefahr ist groß, dass das geplante Paket nicht “aufgeliefert” wird. Die Widerstände gegen den Cargo-mann Wilder scheinen stark zu sein. Zwei Aufsichtsräte geben sich hierbei offen als dagegen zu erkennen. Jörg Henkel, Chef des Gesamtbetriebsrats bei DB Cargo, und Mario Reiß von der GDL. Fakt ist, CEO Lutz braucht Verstärkung – doch Felcht steckt auf der Strecke fest. (red)

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