DB Services und DB Sicherheit intensivieren Anti-Graffiti-Kampf

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Alles ging blitzschnell. “DB Sicherheit, Stopp!” riefen heranstürmende Sicherheitskräfte den sich erstaunt umdrehenden Graffiti-Sprühern zu. Mit krimireifen fachgerechten Griffen drehten sie den Missetätern die Hände auf den Rücken, warfen sie zu Boden.

Von Hermann Schmidtendorf, bahn manager

“Das unerlaubte Sprayen kann sehr teuer werden”, erläutert DB Sicherheit-Ausbilder Sebastian Bojke. “Das ist eine Straftat nach §303 Strafgesetzbuch und kann sogar eine Gefängnisstrafe bringen.” Als Werkschutzdienstleister der Deutschen Bahn sind Einsatzkräfte von DB Sicherheit rund um die Uhr unter anderem auf Bahnhöfen, in Zügen, in Büro- und Verwaltungsgebäuden der DB anzutreffen, aber auch in Einrichtungen wie Abstellanlagen oder Werken. Die Ausbildung des Personals dauert drei Jahre und endet mit einer IHK-Prüfung, erklärt Bojke: “Neben den praktischen Fähigkeiten werden auch Kenntnisse in Recht vermittelt, damit sich unsere Kolleginnen und Kollegen immer korrekt verhalten.”

Gibt es denn nicht inzwischen Schutzschichten, die auf einen Zug aufgetragen werden und das Anhaften von Graffiti-Schmierereien von vornherein verhindern? “Das wäre der Traum!” pflichtet Joachim Stasch von DB Services bahn manager bei. “Aber es ist nicht die Wirklichkeit. Es gibt keine Wundermittel, an denen alle Aufsprühungen abperlen. Wir müssen mit Spezialmitteln und nicht unerheblichem Aufwand per Hand alles Unerwünschte wieder entfernen.” Wichtig sei deshalb die Prävention, weshalb eine gute Zusammenarbeit mit den Fachkräften der DB Sicherheit stattfinde, die nach Möglichkeit Eindringlinge auf DB-Geländen aufgriffen, bevor sie aktiv werden könnten.

Die Sondervorführungen der DB-Spezialdienstleister waren Teil des Abschlussprogramms für Privatbesucher der Eisenbahnmesse Innotrans in Berlin. Die Messehallen waren am Wochenende geschlossen, doch auf dem Freigelände lautete das Motto “Züge, Züge, Züge”. Viele der Messeexponate waren auch für die bahninteressierte Bevölkerung geöffnet, so einer der ersten neuen Züge, die ab 2021 auf den Gleisen der Berliner S-Bahn kursieren sollen.

“Jetzt stehen noch die Umluft- und Wärmeverteilungstests der Klimatisierung aus, in der Klimakammer der akkreditierten Prüfstelle RTA in Wien!” berichtete gegenüber bahn manager ein federführender Manager von Stadler Pankow, dem Erbauer der Züge zusammen mit dem Konsortialpartner Siemens, der vor allem die Drehgestelle sowie Steuerungstechnik und Elektronik liefert. Die Klimaanlage ist eine der wesentlichen Neuerungen in den Berliner Zügen. Der Umfang des Lieferauftrags wird mit rund 900 Millionen Euro beziffert. Als Vorserien-Fahrzeuge werden derzeit in Pankow (“Aus Berlin. Für Berlin”) jeweils fünf Vier-Wagen- und Zwei-Wagen-Einheiten montiert.

Die nächsten Etappen der Einführung erklärt der Stadler-Ingenieur so: “Wir beenden unsere Arbeiten mit der statischen Inbetriebnahme im Werk Velten. Im Oktober haben wir die erste Auslieferung des ersten Zuges in das Prüfzentrum PCW Wildenrath von Siemens zur dynamischen Erprobung auf den zwei Testringen. Später erfolgt im September 2019 in Berlin bis 2021 die Streckenerprobung, auch die Erprobung im Fahrgastbetrieb.” Bestellt sind 85 Vierteiler und 21 Viertelzüge für die Bedienung der ringnahen Strecken mit Erweiterungsoption ab 2025 nach Auslieferung der Grundstückzahl. Zu den neuen Features der Züge gehören unter anderem eine verbesserte Fahrgastinformation,mehr Platz für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fahrräder sowie deutlicher akzentuierte Eingangsbereiche.

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