DB und VTG: Neue Güterwagen

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Halbzeit für das Forschungsprojekt “Innovativer Güterwagen” (IG) einer Arbeitsgemeinschaft von DB Cargo und VTG: In der DB-Werkstatt Berlin-Grunewald stellten Projektvertreter dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Novitäten vor.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager

Damit Güterwagen in Zukunft energiesparender, wirtschaftlicher und leiser unterwegs sind, schafften die Projektträger vier neu entwickelte Wagentypen in je drei Exemplaren an. Die Investition kostete etwa 6 Millionen Euro, vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) kommen Fördermittel in Höhe von rund 18 Millionen Euro. Nach einer vierwöchigen Testphase auf der Siemens-Teststrecke in Wegberg-Wildenrath legen die Neuwagen sowie konventionelle Referenzfahrzeuge als “Demonstrator-Zug” bis Jahresende auf ausgewählten europäischen Bahnstrecken 150.000 Testkilometer zurück.
Bei den Waggon-Neuentwicklungen handelt es sich um die Typen:

  • 6-achsiger Flachwagen BraCoil – Saghmmns-ty – DB Cargo
  • 80’Containertragwagen Sggnss – VTG
  • Kesselwagen Zacens – VTG
  • Autotransportwagen Laaeffrs 561 – DB Cargo

Um verschiedene Konstellationen erproben zu können, wird jeweils ein IG-Wagen einer Wagengattung voll beladen, ein IG-Wagen zu 50 Prozent beladen und ein IG-Wagen leer befördert. Entsprechende unterschiedliche Beladung erhalten auch die konventionellen Vergleichswagen. Ein vom BMVI separat beauftragtes Mess- und Testinstitut führt zusätzlich neutrale Lärm- und Energiemessungen an den Wagen durch.

Die Praxiserprobung richtet sich eng nach den Bedingungen des Projekts„EuropeTrain“, bei dem LL-Sohlen, sogenannte “Flüsterbremsen”, auf europäischen Bahnstrecken getestet wurden. Zu diesem Zweck wurden 6 verschiedene Schleifen (Skandinavien, Frankreich, Deutschland, Transalpin, Osteuropa, Italien) in Wiederholungen und zu verschiedenen Jahreszeiten befahren. Auf diese Weise konnten alle für Europa relevanten betrieblichen, topographischen und klimatischen Bedingungen abgedeckt werden. Die damals erhaltenen Testwerte werden in die Bewertung der jetzt untersuchten Innovationen einfließen.

Das gemeinsame Projekt “Innovativer Güterwagen” beweise, wie man “im Eisenbahnsektor den Wow-Effekt auslösen” könne, betonte Bundesverkehrsminister Scheuer mit einem Schlenker zu seiner Forderung bei der Gründung des “Zukunftsbündnis Schiene” vor zwei Monaten: “Das System Schiene soll moderner, sauberer, effizienter und vor allem leiser gemacht werden.” Der Lärm beispielsweise werde durch die neuen Wagen um 4 bis 6 Dezibel gesenkt. Minister Scheuer stellte für 2019 weitere Investitionen seines Hauses in die Erneuerung der Bahnfahrzeuge in Aussicht: “Wir erarbeiten im BMVI detaillierte Konzepte für ein Bundesforschungsprogramm Schiene und ein Zentrum für Schienenverkehrsforschung.”

Zu den Innovationen gehören neue Leichtbaukomponenten zur Energie-und Lärmeinsparung, Multifunktions-Anpassungen für unterschiedliches Ladegut, innovative Drehgestelle und Radsätze, aber auch Elemente der Telematik, Sensoren und digitale Module, welche die obligatorische Bremsprobe automatisieren und beschleunigen.  Zu überprüfen ist auch die Wirtschaftlichkeit der neuen Komponenten – sie sollen unter anderem die Lebenszykluskosten reduzieren.

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