Der öffentliche Verkehr sichert 100’000 Arbeitsplätze in der Schweiz

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Die Coronakrise hat es in aller Deutlichkeit gezeigt: Der öffentliche Verkehr gehört zu den Grundfesten der Schweiz. Auch während des Lockdowns fuhr der öffentliche Verkehr in der Schweiz fast uneingeschränkt.

Der öffentliche Verkehr stiftet nicht nur als Grundversorger grossen Nutzen – er ist auch ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Schweiz: Rund 100’000 Personen arbeiten in irgendeiner Form für den öV. Eine neue Studie von LITRA und Swissrail zeigt, welchen volkswirtschaftlichen Beitrag der öffentliche Verkehr und die Bahnindustrie leisten.

Vertreter von LITRA, Infras und Swissrail informieren über die Studie “Die volkswirtschaftliche Bedeutung des öffentlichen Verkehrs”

Der volkswirtschaftliche Beitrag des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz wird in drei Segmenten erarbeitet:

  • öV-Verkehrsleistungen (v.a. Bahn-, Tram- und Busunternehmen),
  • öV-Investitionen im Inland (z.B. Rollmaterial, Infrastrukturbauten) und
  • Bahn-Exportindustrie.

Wie eine von LITRA und Swissrail in Auftrag gegebene Studie zeigt, generieren diese drei Segmente eine jährliche Wertschöpfung von mehr als 13 Mia. Franken und Investitionen von durchschnittlich 5.3 Mia. Franken pro Jahr. Insgesamt gehen 92‘600 Vollzeitstellen auf das Konto des öffentlichen Verkehrs, was rund 100‘000 Personen entsprechen dürfte. «Diese Zahlen sind beeindruckend», betonte LITRA-Präsident Martin Candinas an der Medienkonferenz. Und: «Der öffentliche Verkehr leistet einen ähnlich grossen Beitrag an das inländische Bruttoinlandprodukt wie die Energieversorger oder die Telekommunikation und beschäftigt ähnlich viele Leute wie die Pharmabranche.»

ÖV-Unternehmen mit 12.2 Mia. Wertschöpfung

Allein die Bahn-, Tram- und Busunternehmen erbringen mit ihren Leistungen 12.2 Mia. Franken Wertschöpfung und damit den grössten Teil der Wertschöpfung des gesamten öV-Sektors. Das sind 1.8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). 9.3 Mia. Franken werden direkt und weitere 2.9 Mia. Franken indirekt über Vorleistungen erarbeitet. Hohe 96 Prozent der Wertschöpfung fallen im Inland an. Bei den öV-Unternehmen arbeiten rund 42’000 Personen. Weitere 20’000 Beschäftigte erbringen beispielsweise im Marketing, in der Textilindustrie und bei Versicherten Vorleistungen für die Transportunternehmen.

5.3 Mia. Investitionen jedes Jahr

In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt 5.3 Mia. Franken in den öffentlichen Verkehr – d.h. in Infrastruktur, Rollmaterial und Fahrzeuge investiert. Damit werden rund 3.6 Mia. Franken Wertschöpfung im Inland generiert. Das heisst: Pro investierten Franken verbleiben rund 70 Rappen in der Schweiz. Rund 26’000 Personen arbeiten im Infrastrukturbau und in der Herstellung von Zügen und Bussen. Dabei haben Infrastrukturinvestitionen die grössere Beschäftigungswirkung als Rollmaterial- und Fahrzeuginvestitionen. Infrastrukturerzeugnisse werden zu 90 Prozent im Inland hergestellt, da sie sehr baulastig sind und schlecht transportiert werden können.

Starke Bahnexporte

Demgegenüber ist die Bahnindustrie ein wichtiger Player im Export: Knapp 40 Prozent des Umsatzes werden exportiert. Rund 700 Mio. Franken Wertschöpfung sind mit diesem Umsatz verknüpft. 4’400 Personen (Vollzeitäquivalente) arbeiten in der Bahnindustrie oder bei Vorleistern der Bahnindustrie für den Export. So kommen auf eine Vollzeitstelle in der Produktion für den Heimmarkt 0.6 Vollzeitstellen in der Produktion für den Export. «Die Produkte der Schweizer Bahnindustrie werden wegen ihrer Qualität und Zuverlässigkeit auf der ganzen Welt geschätzt», erklärte Swissrail-Präsident Peter Jenelten an der Medienkonferenz. «Dank der Innovationsfreudigkeit und des Qualitätsbewusstseins der Schweizer Industrie können wir auf dem internationalen Markt bestehen, auch wenn die Produktionskosten in der Schweiz höher sind als in den meisten anderen Ländern.» (red/Litra)

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