Deutsch-Polnischer Bahngipfel

in Bahnmarkt Europa von

Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zum “durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Strecke Angermünde – deutsch-polnische Grenze” zwischen Vertretern des Bundes, der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Deutschen Bahn endete der 3. Deutsch-Polnische Bahngipfel im Potsdamer Kaiserbahnhof. Ein eindeutiger Erfolg für Brandenburgs Regierungspräsidenten und Gipfel-Gastgeber Dietmar Woidke als Polen-Koordinator der Bundesregierung.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager

Auf dem vorherigen Bahngipfel beider Länder Ende 2016 im polnischen Szczecin (Stettin) hatte sich Woidke öffentlich für den durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Bahnverbindung Berlin-Stettin mit Elektrifizierung eingesetzt. Beobachter erinnern sich an die rechthaberische, leicht griesgrämige Art, mit welcher damals Staatssekretär Michael Odenwald vom Bundesverkehrsministerium das Ansinnen Woidkes zurückwies. Woidke und seine Berliner Kolleginnen und Kollegen ließen dennoch nicht locker. Inzwischen ist Odenwald Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn. Und MP Woidke bekam jetzt in Potsdam vom DB-Vorstand Ronald Pofalla offizielle Anerkennung: “Die Ergebnisse sind auch darauf zurückzuführen, dass er so hartnäckig war, die Dinge nachzuverfolgen, deshalb gilt ganz besonders mein Dank dem Ministerpräsidenten.”

Dis Zweigleisigkeit kommt, auch wenn die Bauarbeiten wahrscheinlich erst 2025 beendet sein werden. Woidke: “Der Ausbau ist auch wichtig für die Erschließung großer Teile der Uckermark. Wir brauchen einen guten zweigleisigen Bahnverkehr mit einer hohen Frequenz.” Die neue Absichtserklärung schätzt die Gesamtkosten des jetzt beschlossenen Konzepts auf 400 Millionen Euro. Weiter heißt es: “Darauf entfallen ergänzend zu den bereits geplanten Überholbahnhöfen auf den Wiederaufbau des zweiten Gleises Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro.” Für den Wiederaufbau – das zweite Gleis gab es schon mal, es wurde aber nach 1945 als Kriegsreparation durch die Sowjetarmee abgebaut – wollen Berlin und Brandenburg aus Eigenmitteln die zusätzlichen 100 Millionen Euro zu gleichen Teilen bereitstellen.

“Dieser Fortschritt liegt darin, dass die Zusammenarbeit der deutschen Länder mit der Bundesregierung jetzt formelle Gestalt angenommen hat in Form einer Übereinkunft zur Finanzierung der zweigleisigen elektrifizierten Bahnstrecke nach Stettin.” Eindeutig erklärte der Staatssekretär Polens Bereitschaft, den eigenen kurzen polnischen Streckenabschnitt von der Grenze nach Stettin ebenfalls rechtzeitig zweigleisig und elektrifiziert auszubauen. Bittel: “Ich möchte unterstreichen, dass wir auf polnischer Seite zu dieser Strecke einen Zeitplan haben, den wir problemlos bis 2020 realisieren könnten. Wir verzögern diesen Plan entgegen unseren Möglichkeiten bis 2024, um der deutschen Seite die Chance zu geben, ebenfalls eine ebenbürtige Infrastruktur aufzubauen. Es freut uns sehr, dass dieses Unvermögen, dass wir 2016 in Stettin diagnostizieren mussten, jetzt offenbar durchbrochen wurde.”

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