Deutschlands Urlauber bevorzugen Flugzeug und PKW

in Personenverkehr von

Bei Urlaubsfahrten bevorzugen 55 Prozent der befragten Deutschen ihr eigenes Pkw, 19 Prozent setzen auf ein Mietfahrzeug. Der Zug wird von 33 Prozent der Urlauber genutzt.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager

Die Onlineplattform fromAtoB für Vergleiche und Buchungen von Reisen mit Zug, Flugzeug, Fernbussen und Mitfahrgelegenheiten in Deutschland wertete eine Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH aus. Die Antworten, die 2.044 Personen zwischen

dem 19.02.2019 und 21.02.2019 gaben, wurden gewichtet und sind nach Überzeugung der Plattform fromAtoBrepräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Mehrfachnennungen waren zulässig. Dabei ergab sich, dass Flugreisen einen großen Anteil in den Urlaubsplanungen haben – zu 35 Prozent wurden nationale Marktführer wie Lufthansa genannt, 22 Prozent der befragten Personen bevorzugten Billigfluglinien und 23 Prozent Charterfluggesellschaften.

Fernbusse werden nur zu 13 Prozent in die Urlaubsplanung einbezogen. Die Fahrt dauert unverhältnismäßig lange (41 Prozent), ich sitze zu lange mit fremden Leuten auf engstem Raum (34 Prozent), der Fahrer könnte wegen nicht eingehaltener Ruhezeiten einschlafen, Verzögerungen sind sehr wahrscheinlich (19 / 17 Prozent) – diese Negativargumente brachten die Befragten vor. Ganz abgeschlagen sind bei der Urlaubsplanung offenbar Mitfahrgelegenheiten – ein möglicher riskanter Fahrstil oder mangelnde Seriosität des Fahrzeughalters schrecken die Urlauber in spe ab (29 / 33 Prozent der Befragten).

Was bringt die Reisenden von der Bahn ab? 34 Prozent der Befragten glauben, ein Zug könnte Verspätung haben. Und sogar 37 Prozent von ihnen glauben, dass Bahntickets häufig “zu teuer” seien. Zu Unrecht, erklärte ein Sprecher der Plattform fromAtoB gegenüber bahn manager: “Bei einem Vergleich auf verschiedenen Strecken zwischen den gängigen Verkehrsmitteln Flugzeug, Bus und Bahn fällt auf, dass sich die Preise der Bahn vielmehr im Mittelfeld bewegen. Die Strecke Köln-Berlin liegt während der diesjährigen Osterferien im Zeitraum vom 13. bis 23. April beispielsweise durchschnittlich bei 66 Euro und die Strecke von München nach Hamburg bei 85 Euro. Zum Vergleich: Mit dem Fernbus zahlt man auf derselben Strecke 38 Euro: Dafür fährt man allerdings auch doppelt so lange.”

Die Umfrageergebnisse verweisen auf ein Imageproblem der Deutschen Bahn im Fernverkehr, an dem rechtzeitig zur Urlaubssaison deutlich gearbeitet werden sollte. Schließlich lässt sich angesichts zahlreicher Baustellen und Staus auf deutschen Bundesautobahnen kaum davon ausgehen, dass eine Pkw-Fahrt ideal vor sich geht. Wenn dennoch die Autofahrt bevorzugt wird, ließe sich dies mit dem Wunsch nach Unabhängigkeit am Urlaubsort noch nachvollziehbar begründen. Doch übermäßige Verspätungen und zu hohe Ticketpreise scheinen als ernsthaftes Argument gegen den Zug weniger überzeugend. Offenbar muss über diese Themen seitens der Deutschen Bahn konkreter als bislang informiert werden. Hilfreich könnte beispielsweise sein, die Pünktlichkeitsbilanz auf Langstrecken wie Hamburg-München zu verbreiten. Auch Flixtrain könnte seine Statistiken verbreiten. Bei aller berechtigter Kritik sollte nicht vergessen werden: Die deutliche Mehrzahl der deutschen Fernzüge ist pünktlich.

zur Startseite
nach oben gehen