Die digitale Transformation des ÖPNV

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Rund 2.4 Millionen Fahrgäste befördert die Hochbahn täglich. Seit über 100 Jahren organisiert das Unternehmen in Hamburg mit Bussen und Bahnen den ÖPNV.

Doch ähnlich wie in vielen Branchen führen die hohen Veränderungskräfte des digitalisierten Zeitalters auch Unternehmen im Bereich der Mobilität zu enormen Veränderungen: Die Hochbahn und der klassische ÖPNV insgesamt stehen dabei vor allem vor zwei Herausforderungen. Zum einen erwarten die Kunden neben der quantitativen Angebotsausweitung eine Qualitätssteigerung durch mehr Komfort, aber auch durch neue Dienstleistungen und Services. Zum anderen wächst die Kundenerwartung, Mobilitätsangebote zur richtigen Zeit, in der richtigen Form, am richtigen Ort zu erhalten. Die Entwicklung der Car- und Bikesharing-Agebote trotz des noch begrenzten Marktumfangs zeigt dies. Spätestens wenn das Thema autonomes Fahren Realität wird, wird sich die Mobilität revolutionieren und die individuellen Mobilitätsangebote einen weiteren – bislang originären – Vorteil des ÖPNV auch für sich beanspruchen – von A nach B zu fahren, ohne sich auf den Straßenverkehr konzentrieren zu müssen. Die Hochbahn stellt sich seit jeher offensiv verändernden Herausforderungen. Entscheidend ist, sich den Bedarfen und Bedürfnissen anzupassen und die Potenziale der digitalen Welt zu nutzen. Mit ihrer Unternehmensstrategie „Hochbahn# 2030“ hat sie die erforderliche digitale Ausprägung vorgenommen und setzt auf eine noch konsequentere Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen. Die Hochbahn ist dabei von der Vision einer „Intelligenten Mobilität für eine lebenswerte Zukunft“ und der sich daraus ableitenden Mission, der „Organisator der nachhaltigen Mobilität in der Smart City Hamburg“ zu werden, getragen.

13 STRATEGISCHE INITIATIVEN

Im Rahmen von 13 strategischen Initiativen, wird die Hochbahn in den nächsten Jahren vor allem solche Projekte voranbringen, die konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden von heute und von morgen eingehen, die Vernetzung aller Mobilitätsangebote und -infrastrukturen vorantreiben und aus dem einfachen Nahverkehrsunternehmen einen modernen Mobilitätsdienstleister entwickelt. Dazu gehören neben den typischerweise zu erwartenden Themen wie U-Bahn-System und Elektromobilität auch solche wie Neue Geschäftsfelder, Big Data, Autonomes Fahren, Arbeitswelt 4.0 und digitales Kundenerlebnis. Begonnen hat die Hochbahn hier bereits vor einigen mobil mit Echtzeitinformationen versorgen. Betaahlmöglichkeiten werden zunehmend digitalisiert und vereinfacht: Fahrkarten und die Hamburg CARD können bereits zu reduzierten Preisen über das Smartphone als mobiles Ticket gekauft werden. eTicketing und Check-In/Be-out werden künftigfür Gelegenheits- und Stammkunden sowohl den Zugang zum als auch die Nutzung des ÖPNV weiter vereinfachen.

DIGITALISIERUNG ALS » ERMÖGLICHER «

Digitale Services wie kostenfreies WLAN in Bussen und an U-Bahn-Haltestellen, USB-Buchsen in den neuen U-Bahnfahrzeugen oder Störungsmelder per Push-Nachricht aufs Smartphone sind bereits heute selbstverständlich für den Hochbahn -Fahrgast. Neben dem kontinuierlichen Ausbau des Kerngeschäfts in Form von einfachen Taktverdichtungen oder dem Bau einer neuen voll automatisierten U-Bahnlinie schaffen insbesondere solche und weitere digitale Services den entscheidenden Mehrwert, um auf sein eigenes Auto verzichten zu wollen. Letztlich ist wichtig, dass die Digitalisierung nie als Mittel zum Zweck gesehen wird, sondern „Ermöglicher“ für kundenzentrierte Mobilitätsangebote ist. Dies gilt es heute und künftigt zu nutzen, für Hamburg, für die Hochbahn, aber insbesondere für unsere Kunden.

Zum Autor
Hendrik Falk, seit Februar 2016 Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG; zuvor war der Jurist für den Vorstandsbereich Finanzen und Vertrieb bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) verantwortlich.

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