“Die FZI steckt mitten in der Digitalisierung”

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Die DB Fahrzeuginstandhaltung macht Tempo bei der Digitalisierung, einem ihrer Kernthemen. Innovative Tools sorgen für mehr Effizienz und Transparenz in der Fertigung. Auch mit eigenen IT-Lösungen für die Fahrzeuge präsentiert sich das Unternehmen auf dem Markt. Welche digitalen Neuentwicklungen werden aktuell umgesetzt und wie profitieren die Kunden davon? CIO Dr. Dominik Deschner gibt Antworten.

Herr Dr. Deschner, Digitalisierung ist ein Kernthema der DB Fahrzeuginstandhaltung. Wie kommen Sie voran?

Es tut sich einiges. In diesem Jahr nehmen wir eine Reihe wichtiger digitaler Anwendungen in Betrieb. Wir haben unser neues Tool DADS implementiert, also die „digitale Auftragsdisposition und -steuerung“ für die Fahrzeugaufarbeitung. Diese Anwendung haben wir im Werk Nürnberg ausgiebig getestet und wollen sie im Laufe des Jahres auch im Werk Krefeld einführen, weitere Standorte werden folgen.
Das System hilft uns bei der Einsatzplanung und optimalen Auslastung der Ressourcen. Unsere Auftragssteuerung kann alle Informationen auf einen Blick einsehen und Arbeitsaufträge direkt auf das Tablet des Mitarbeiters senden. Dieser meldet dann den Arbeitsfortschritt zurück.

Eine weitere neue Anwendung ist das „Manufacturing Execution System“ (MES). Das Tool bildet die Fertigungskette in unseren Radsatzwerkstätten digital ab, plant und steuert die Abläufe. Damit starten wir nach einer Testphase im Frühjahr im Werk Paderborn. Im Herbst folgt dann Kassel und im nächsten Jahr erhalten unsere Werke Dessau und Wittenberge MES. Anschließend wird es in weiteren Komponentenbereichen eingeführt.

Mit unserem Projekt PUMA – “Produktionsumfassende Mobile Applikationen” – gehen wir in die nächste Ausbaustufe. Unsere neueste App, die QS-App, dient beispielsweise der Qualitätssicherung und optimiert das Erstellen von Prüfprotokollen.

Ein weiteres Feature im Bereich Digitalisierung ist das „Location Tracking“, welches wir im Werk Krefeld testen. Dabei geht es um die räumliche Nachverfolgung von Komponenten im Revisionsprozess. Alle diese Anwendungen helfen uns, bisher papierbasierte Prozesse durch Digitalisierung zu verbessern und zu beschleunigen.

Diese Lösungen verbessern zunächst einmal die Abläufe in den Werken. Was hat der Kunde, was haben die Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) davon?

Wir werden zum einen schneller und effizienter, zum anderen schaffen wir größere Transparenz und Terminsicherheit im Prozessverlauf. Für jedes EVU ist das ein enorm wichtiger Punkt, denn das betrifft die Verfügbarkeit und die Planbarkeit seiner Fahrzeuge. Deshalb wollen wir auch die Kommunikation zum Kunden gezielt weiter ausbauen und beschleunigen. Auf der InnoTrans im September in Berlin wird das eine wichtige Rolle spielen. Wir sind natürlich auch dort – es lohnt sich also, vorbeizukommen!

Betrifft die Digitalisierung vorwiegend die Arbeitsabläufe in den Werken oder geht sie darüber hinaus?

Sie betrifft auch die Arbeitsinhalte, zum Beispiel die Betreuung der IT-Systeme und Anwendungen, die in den Fahrzeugen installiert sind. Außerdem entwickeln wir auch selber digitale Produkte und gehen damit aktiv in diesen Markt. So haben wir mit Colibri eine IT-Lösung für unsere Kunden entwickelt, die von WLAN im Zug bis zur Nutzung von Sensor- und Diagnosedaten für die Instandhaltung reicht.

Das heißt, dass auch die Prozesse der Fahrzeugbetreiber und der Instandhaltung immer enger ineinander greifen können?

Auf jeden Fall. Die Digitalisierung macht Prozesse transparenter, der Informationsaustausch erfolgt schneller, die digitale Zusammenarbeit wird intensiver. (red/DB-Fzi)

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