Digitalisierung der Schiene nimmt weiter Tempo auf

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Bahnreisende in Deutschland können noch schneller von den Vorteilen der digitalen Technologien auf der Schiene profitieren. Bereits bis Ende 2021 soll die herkömmliche Stellwerkstechnik für den Eisenbahnbetrieb in Deutschland in zehn Regionen auf digitale Technologien umgerüstet sein, die für deutlich höhere Kapazitäten und mehr Qualität im Bahnbetrieb sorgen werden.

Der Bund finanziert die Einführung der neuen Stellwerke mit 500 Millionen Euro und ermöglicht damit einen Temposchub bei der Digitalisierung der Schiene.

Mit einem „Memorandum of Understanding“ haben heute in Berlin die Partner Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) und die Deutsche Bahn vereinbart, diese Umrüstung gemeinsam voranzutreiben. Die digitale Stellwerkstechnik ist neben der laufenden Ausrüstung des Netzes mit dem europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungs­system ETCS der wichtigste Baustein im Zukunftsprogramm „Digitale Schiene Deutschland“.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Beauftragter der Bundes­regierung für den Schienenverkehr: „Das BMVI treibt die Digitalisierung im Schienenverkehr aktiv voran. In die Einführung der einheitlichen europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS investiert der Bund bereits seit 2015. Ganz im Sinne unseres Masterplans Schienenverkehr wollen wir jetzt mit 500 Mio. Euro aus dem Konjunkturpaket einen starken Impuls für die Bahnindustrie setzen und unsere Netzinfrastruktur effizienter gestalten. Standardisierte, offene und aufwärtskompatible Schnittstellen ermöglichen eine schnellere Zulassung der Systeme und eine breite Beteiligung der Bahntechnikunternehmen an der Umsetzung. So können wir die Digitalisierung unseres Schienennetzes entscheidend beschleunigen. Da die neuen Systeme sowohl mit der bestehenden als auch der zukünftigen Stellwerkstechnik unterschiedlicher Anbieter kompatibel sind, wird die klimafreundliche Eisenbahn zum zukunftssichersten Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts.“

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Wir ziehen im deutschen Bahnsektor an einem Strang. Die Initiative bringt uns einen gewaltigen Schritt weiter bei der gemeinsam verabredeten Modernisierung der Eisenbahn – und damit Richtung mehr Verkehr auf der klimafreundlichen Schiene. Wir setzen mit dem jetzt angeschlagenen Tempo neue Maßstäbe für technische Entwicklungen im Bahnsektor. Hier gehen politischer Wille, schnelle Verwaltung und beherztes Unternehmertum zusammen.“

Andre Rodenbeck, Präsident Verband der Bahnindustrie: „Das Programm Digitale Schiene Deutschland ist ein einzigartiges Beispiel für die Digitalisierung eines hochkomplexen Bahnbetriebs und wird internationale Strahlkraft erzeugen. Die deutsche Industrie steht bereit, diese einmalige Referenz jetzt gemeinsam umzusetzen. Die vereinbarte Beschleunigung des Vorhabens mit dem Bau hochmoderner digitaler Stellwerkstechnik ist für dieses Leuchtturmprojekt eine unverzichtbare Grundlage. Jeder weitere innovative Schritt bis hin zur weitergehenden Automatisierung setzt diese Anlagen für eine Mobilitäts­revolution voraus. Wir bringen die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Behörden und Bahn auf eine neue Ebene und schaffen eine wichtige Referenz für die deutsche Innovationskraft. Die Technologie ist da – wir sind bereit zu liefern. Alle haben verstanden, dass jetzt investiert werden muss.“

Gerald Hörster, Präsident des Eisenbahn-Bundesamtes: „Die Bahn muss jetzt mit der Digitalisierung der Stellwerkstechnik beginnen. Damit wird insbesondere die Verfügbarkeit der Schiene deutlich verbessert. Das Eisenbahn-Bundesamt wird Bahn und Bahnindustrie im Rahmen seiner Möglichkeiten dabei unterstützen. So stellen wir bei diesem wichtigen Thema die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung unter Beweis und tragen wesentlich dazu bei, die Schiene zukunftsfähig zu machen.“

In dem „Memorandum of Understanding” ist vereinbart, die komplette Digitalisierung der Stellwerkstechnik bundesweit bereits bis zum Jahr 2035 zu erreichen. Die ursprüngliche Planung ging vom Jahr 2040 aus. Dazu werden die Bahnindustrie, Bundesbehörde und DB auf der Grundlage des geltenden Rechts Abläufe für die Planung, Genehmigung und Finanzierung sowie die Umrüstung von Technik im bestehenden Bahnnetz beschleunigen.

Die digitale Technik wird unter anderem eingesetzt auf Regionalstrecken in der Nordpfalz, dem Bayerischen Wald und im Allgäu.

Das digitale Stellwerk (DSTW) steht für die neueste Generation von Stellwerken. Es ist technologischer Nachfolger des elektronischen Stellwerks. Statt über weitläufige Kabelstränge und elektrische Schalttechnik laufen die Stellbefehle an Weichen, Signale oder Bahnübergänge über das DSTW digital mittels Ringleitungen aus Hochleistungs-Glasfaserkabeln. (red/VDB)

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