DVF: Modernisieren und Forschen für die Schiene der Zukunft

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Bei der gemeinsamen Sitzung der Lenkungskreise Bahntechnologie und Schienenverkehr haben sich die Vorsitzenden Michael Peter, CEO der Mobility-Division von Siemens und Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur Deutsche Bahn AG, für die breite Modernisierung der Schieneninfrastruktur und ein Forschungsprogramm eingesetzt.

Laut Pofalla sei die Modernisierung der Infrastruktur elementar, wenn, wie im Koalitionsvertrag festgehalten, mehr Personen und Güter auf der Schiene transportiert werden sollen. „Dafür brauchen wir Investitionsmittel auf höherem Niveau. Dann können die europäische Leit- und Sicherungstechnik ETCS und digitale Stellwerke einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, mehr Kapazität auf dem bestehenden Netz stabil anzubieten.“

Peter: „In Deutschland nutzen wir mit 70 verschiedenen Stellwerkstypen das komplexeste Netzwerk im Schienenverkehr. Durchsatz, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit werden sich nicht allein durch ETCS verbessern – sondern nur in Kombination mit digitalen Stellwerken. Dass es funktioniert, zeigen wir in Annaberg-Buchholz in Sachsen mit dem ersten digitalen Stellwerk Europas.“

Die Installation von ETCS auf den transeuropäischen Korridoren entsprechend dem europäischen Umsetzungsplan wird für Interoperabilität und damit für eine wesentliche Produktivitätssteigerung sorgen. Der digitalisierte Bahnbetrieb bestehend aus ETCS und digitalen Stellwerken wird dagegen den Gesamtbetrieb verbessern und von hohem volkswirtschaftlichen Nutzen sein. Er ermöglicht neue Services, die die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene erhöhen, die Angebote stabilisieren, die Sicherheit weiter steigern und die Instandhaltung durch einen Technologiesprung kostengünstiger machen. Für eine erfolgreiche Umstellung müssen in jedem Fall auch die Fahrzeuge gefördert werden.

Für die Stärkung des Schienengüterverkehr ist ebenso wichtig, dass die Forschung für den Schienensektor in Fahrt kommt. „Allein für den Güterverkehr hat der Sektor auf Basis laufender und projektierter Modernisierungsvorhaben für die vier Jahre von 2018 bis 2021 ein Projektvolumen von etwa einer Milliarde Euro ermittelt. Das entspricht einem Förderbedarf von etwa 600 Millionen Euro.

Mit anwendungsorientierter Forschung, der Erprobung neuer Techniken mit Demonstratoren, T estfeldern und umfassenden Betriebsversuchen können dringend benötigte Innovationen schnell in den Markt eingeführt werden“, so Peter.

Laut der Vorsitzenden seien Forschung und Modernisierung ein essentieller Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene. Ihren Appell richteten Peter und Pofalla an die anwesenden Abgeordneten Matthias Gastel MdB, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Torsten Herbst MdB, FDP-Fraktion und Kirsten Lühmann MdB, SPD-Fraktion. (red/DVF)

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