Ermewas neuer 117m³ LPG Safety

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Zuwachs für die Ermewa-Flotte: Ab November rollen die ersten 30 LPG Safety++ Druck­gaskesselwagen für den Transport von verflüssigten Gasen aus dem Werk im polni­schen Tarnowskie Góry.

Der gemeinsam mit dem Wagonbauer Chemet neu konzipierte Wagen mit einem Ladevolumen von 117m³ bringt höchste Sicherheitsstandards, Wirtschaftlichkeit im täglichen Einsatz und ein zukunftsoffenes technisches Design aufs Gleis. Insgesamt 240 neue LPG Safety++ Wagen werden nach und nach in die Ermewa-Flotte integriert.

„Unser neuestes Wagenmodell Modell LPG Safety++ ist eine Entscheidung für die Zukunft. Er verbindet modernste Technik mit einem Maximum an Sicherheit“,

sagt Peter Reinshagen, CEO von Ermewa SA. Der LPG Safety++ für den Transport von un­ter Druck verflüssigten Gasen überzeuge mit einer Ausstattung, die auch auf lange Sicht Standards setzt. „Beim Design haben wir die Entwicklungen von morgen mitgedacht. Das reicht von den Schnittstellen für neue digitale Anwendungen über Ladeoptimierung bis hin zum Ready-Status für eine unkomplizierte Umstellung auf die Digitale Automatisch Kupp­lung“, erläutert Reinshagen.

Ermewas klare Vorgabe für die Konstruktion des neuen Modells lautete: Safety first. Gemeinsam mit Experten wurden im Vorfeld historische Unfälle mittels FEM Simulation (Finite Elemente Methode) analysiert, um eine für die Zukunft bestmögliche technische Ausstattung zu definieren. „Wir haben zuerst geguckt, wie sich jedes einzelne sicher­heitsrelevante Element optimieren lässt. Das war für uns die Basis, auf der wir schließ­lich einen Wagen entwickelt haben, der auch im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit heraus­ragt“, beschreibt der Technikchef der Ermewa Gruppe, Stéphane Gavard, den gemeinsa­men Entwicklungsprozess mit dem Waggon­bauer Chemet.

Highlights der Ausstattung des LPG Safety++ sind unter anderem das leichte Drehgestell mit integrierter Kompakt-Bremse, ein besonders widerstandsfähiges Schutzschild und das eingesetzte Steuerventil „KEf“ von Knorr-Bremse mit vorgefertigten Schnittstellen für Telematik-Sensoren zur Bremsüberwachung.

Der neue LPG-Wagen fügt sich ein in Ermewas umfassendes Sicherheitskonzept. Unter­nehmensziel ist es, ein höchstmögliches Sicherheitsniveau in allen relevanten Bereichen zu verankern. Das gilt für Wagentechnik, Standards und Prozeduren ebenso wie für eine Sicherheitskultur, die menschliche Faktoren einbezieht. „Nur wer beim Thema Sicher­heit, alle Aspekte in den Blick nimmt, kann Gefahren vorausschauend vermeiden. Wir liefern unseren Kunden mehr als einen Wagen. Wir bieten wir ein komplettes Sicherheitspaket“, betont Reinshagen.

Die Features des LPG Safety++

Das Y25 H-Drehgestelle mit integrierter Compact Freight Car Brake (CFCB) von Knorr-Bremse zahlt auf Effizienz ebenso ein wie auf den hohen Sicherheitsstandard. Die leichte Kompaktbremse reduziert das Eigengewicht des Wagens zusätzlich und erlaubt mehr Ladung. Mit hohem Wirkungsgrad und Bremsgenauigkeit sorgt sie für mehr Sicherheit. Gleichzeitig verringert sie das Risiko von Flachstellen, vermindert Vibrationen und Geräuschemissionen. Sie punktet zudem durch Montage- und Wartungsfreundlichkeit.

Durch den Einsatz der neuen Generation des Steuerventils (KEf) von Knorr-Bremse fügt sich die Kompaktbremse des LPG Safety++ perfekt in Ermewas Digitalisierungsstrategie ein. Das von der Europäischen Union geförderte gemeinsame Entwicklungsprojekt von Knorr-Bremse und Ermewa erlaubt die Bremsüberwachung und damit die vorbeugende, unfallvermeidende Instandhaltung des Wagens. Zukünftig können so Daten zum Achslagerzustand, zum Beispiel sogenannte „Heißläufer“, zu Entgleisungen, Flachstellen, Stärke der Bremsbeläge, Bremsstatus oder auch zum Ladegewicht übertragen werden. Zusätzlich wurde das Steuerventil KEf um ein lastabhängige Relaisventil erweitert. Der Sicherheitsgewinn: stets optimale Bremskraft durch automatische Lastumstellung und Anpassung an den Ladezustand des Wagens.

Ein zentrales Element des Sicherheitskonzepts ist der Anbau eines zusätzlichen Schutz­schildes je Wagenende. Entwickelt wurde ein widerstandsfähiges Schutzschild, das nach Ermewa-Studien keine Perforation des Tankbodens durch einen Schlagkörper oder stumpfen Gegenstand bei einem Aufprall bis 75 km/h im Falle einer Überpufferung er­warten lässt. Mit diesem Sicherheitsstandard liegt der LPG Safety++ weit über den An­forderungen des RID. Hilfreich in der Praxis: Für Wartungsarbeiten kann das Schutz­schild entfernt werden. Bei den Puffern wurden verbesserte 400 kJ Crashpuffer der Kategorie C ausgewählt, die bei einem Zusammenprall die Energie besser abfangen und daher nicht bis zum Kessel des nächsten Wagens vordringen. Um das Ausfallrisiko zu verringern, kommen zudem Radsätze mit einem Gewicht von 25 Tonnen zum Einsatz, die ein deutlich besseres Verhalten bei Überhitzungen aufweisen.

Auch bei der Auswahl des Tankmaterials zeigt sich die Verbindung von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Der Feinkorn-Kohlenstoffstahl mit 0,5 Millimeter Korrosionszuschlag verbessert die Haltbarkeit des Tanks und erlaubt zugleich den Transport einer größeren Produktpalette. Er reduziert den Materialverlust während der Entgasung und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Tanks im Falle eines Aufpralls. In Verbindung mit dem neuarti­gen Design ohne Mittellangträger wird das Eigengewicht des Wagens reduziert und so eine höhere Zuladung möglich. Mit dem neuen LPG Safety++ lassen sich beispielsweise pro Wagenladung drei Tonnen mehr Propangas transportieren als in einem 110 m³ Standard LPG-Wagen. 16 LPG Safety++ Wagen fahren die gleiche Menge wie 17 Standard LPG-Wagen. (red/ermewa; elbgold)

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