EU-Sonderbericht: ERTMS weiterhin nur „Flickenteppich“

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Einem neuen Bericht des Europäischen Rechnungshofs zufolge kommt ein EU-weites Eisenbahn-Signalgebungssystem (ERTMS) bislang nur wenig und lückenhaft zum Einsatz, obwohl das Konzept im Allgemeinen vom Eisenbahnsektor nicht infrage gestellt wird.

Die Prüfer stellten fest, dass zahlreiche Infrastrukturbetreiber und Eisenbahnunternehmen nur zögerlich in das System investieren, da damit hohe Kosten verbunden sind, die sich auf individueller Ebene wirtschaftlich nicht lohnen. Hierzu besuchten sie sechs EU-Mitgliedstaaten (Dänemark, Deutschland, Spanien, Italien, die Niederlande und Polen), in denen sich Netzkorridore befinden, auf denen das System bis 2030 vollständig eingeführt werden muss.

Zu den Feststellungen gehörte, dass der derzeit geringe Grad der Einführung des einheitlichen Systems vor allem dadurch erklärt werden kann, dass zahlreiche Infrastrukturbetreiber und Eisenbahnunternehmen nur zögerlich in die notwendige Ausrüstung investieren, da damit hohe Kosten verbunden sind, die sich für viele von ihnen auf individueller Ebene wirtschaftlich nicht lohnen. Durch Finanzmittel der EU kann, selbst wenn sie besser verwaltet und gezielter eingesetzt werden, nur ein begrenzter Teil der Gesamtkosten der Einführung gedeckt werden.

„Die derzeitige Situation beeinträchtigt nicht nur das Erreichen der für 2030 festgelegten Einführungsziele und die bisherigen Investitionen, sondern auch die Verwirklichung des einheitlichen Eisenbahnraums, eines der wichtigsten politischen Ziele der Europäischen Kommission“, erläuterte Ladislav Balko vom Europäischen Rechnungshofs. (red/Europäischer Rechnungshof)

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