Ex-Bahn-Chef Grube berät Stuttgart-21-Tunnelbauer

in Lease & Finance von

Der ehemalige Bahnchef Rüdiger Grube arbeitet für eine Firma, die unter seiner Ägide einst Millionenaufträge bekam. Eine bemerkenswerte Liaison. Rüdiger Grube berät seit seinem Abgang als Bahn-Chef im vergangenen Jahr den Schwanauer Tunnelbauer Martin Herrenknecht, der im Auftrag der Bahn zwei Tunnel für den neuen Großbahnhof Stuttgart 21 bohrt.

In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Bahn hatte Grube das umstrittene Neubauprojekt gegen heftige Kritik vorangetrieben. Grube soll die Tunnelbauer auch zu Treffen mit leitenden Managern der Bahn begleitet haben. Inzwischen ist der Ex-Bahn-Chef für den Bahn-Auftragnehmer aus Baden-Württemberg tätig, einem Unternehmen mit mehr als 1,2 Milliarden Euro Umsatz und fast 5000 Mitarbeitern.

Grube unterstützte Herrenknecht-Vertreter offenbar bei Gesprächen mit Spitzenpolitikern, darunter Brigitte Zypries (SPD), als sie noch Wirtschaftsministerin war, sowie mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und EU-Kommissar Günther Oettinger.

Der einstige Bahn-Chef wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern, ließ aber mit rechtlichen Schritten drohen. Eine Sprecherin des Tunnelbauers bestätigte, dass Grube “nach seinem Ausscheiden als CEO bei der Deutschen Bahn sporadisch beratend” für die Firma tätig ist. Zur Höhe der “vereinbarten Honorarsätze” mache man keine Angaben.

Grube war gerade erst in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass er im vergangenen Jahr für nur 30 Tage Amtszeit über 2,3 Millionen Euro von der Bahn bekommen hatte. (red/Spiegel)

zur Startseite
nach oben gehen