FÜR EINE BESSERE EISENBAHN. HEUTE. NICHT MORGEN

in Schwerpunkt von

Kopfschütteln prägt quer durch die bundesdeutsche Gesellschaft das Bild von der Eisenbahn in Deutschland. Ausgelöst wird dies zunächst offenkundig vom Hauptakteur Deutsche Bahn. Tagein, tagaus sind es mal mehr, mal weniger tiergehend verfasste Medienberichte, aber auch eigene Erfahrungen der Bahnkunden, die dieses negative Bild verfestigen. 

von Armin Götz und Hendrik Bloem

Dass Wirtschaft, private Bahnbetreiber und Bürger nun gleichermaßen um „unsere Bahn“ besorgt scheinen, darf über eines nicht hinwegtäuschen: Über das eklatante Politikversagen bis dato, das an erster Stelle ursächlich zu nennen ist. Und über noch etwas nicht: Eine massive Förderung der Eisenbahn in Deutschland ist politisch, entgegen aller Beteuerungen immer dann, wenn die Probleme der Bahn besonders augenscheinlich werden, bis heute nicht gewollt.

Bahn auf Kante, Bunde bedient sich

Verallgemeinernd wird „Die Bahn“ zunächst vor allem in Deutschland selbst als unrund laufender, stotternder Motor des unbestritten sinnvollsten Massenverkehrsmittels auf dem Kontinent wahrgenommen. Während man sich darüber einig sein sollte, dass die Eisenbahn die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger und die Warenströme gleichermaßen ressourcenschonend und damit umweltfreundlich zu bewältigen vermag wird das System Bahn hierzulande als Spielball politischer, administrativer und wirtschaftlicher Machtinteressen benutzt. Diese anhaltende Entwicklung lähmt das Gesamtsystem Schiene national und nicht selten auch international.

Unpünktliche Züge, deren Verspätung nicht selten in über einer Stunde statt in Minuten gemessen wird und verpasste Anschlüsse verärgern immer öfter die Kunden im Personen- wie (übrigens auch!) im Güterverkehr. Service- Schwächen verschrecken zunehmend, fehlende oder nicht ausreichend bestückte Bordrestaurants, etwa als Folge einer ausgedünnten Logistik, sind auf Langstrecken dabei nur ein vergleichsweise kleines Ärgernis.

Hinter den Kulissen der Eisenbahn-Verkehrsunternehmen lähmt zeitgleich eine wachsende Flut komplizierter Regelwerke die Betriebsabläufe ebenso, wie die sich riesenhaft vermehrenden technischen Störungen an Bahninfrastruktur und Betriebsmitteln. Ursächlich dafür ist, dass dem im Prinzip robusten System Schienenverkehr immer neuere, auf diesem Spezialgebiet oft nicht zuvor ausreichend erprobte Technik, aufgedrückt wird.

Die Folge: Statt nach Fahrplan zu rollen, verlangsamt sich der Verkehr, stehen vor allem im Güterverkehr sogar Züge still, Fracht und Personal verlieren Zeit und produzieren Ausfallkosten statt Gewinn. Zeitgleich war sich der Bund selbst bis vor kurzem nicht zu schade, über zwei Jahrzehnte lang jährlich 500 bis 600 Millionen Euro Dividende vom Staatkonzern abzuschöpfen. Eine ungeheuerliche Summe, die jedes Jahr in den heute 330 Milliarden Euro schweren Bundeshaushalt geflossen ist und der Eisenbahn heute fehlt. Die Folgen sind unübersehbar: Mit der Bahnreform einst entschuldet, hat die DB AG in den letzten 25 Jahren wieder einen Schuldenberg von fast 20 Milliarden Euro angehäuft. Private Mitbewerber der DB leiden unter dieser Misere mit…

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe #01/2019

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