Flixtrain legt offiziell Beschwerde ein

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Der Angriffsplan war minutiös ausgefeilt. Flixmobility wollte ab Dezember dieses Jahres auf der Schiene richtig Gas geben. Schon heute pendeln Flixtrain-Züge zwischen Hamburg und Köln und sowie Stuttgart und Berlin. Auf zwei weiteren Linien von Köln beziehungsweise München nach Berlin sollten weitere Züge in grüner Lackierung den ICE der DB Konkurrenz machen. Dafür hat das Unternehmen bei DB Netz, konkrete Routen und Abfahrtszeiten beantragt. Doch das Ansinnen könnte scheitern. 

Denn die von DB Netz angebotenen Fahrtzeiten und Halte in einzelnen Städten würden Flixtrain laut eigenen Angaben gegenüber dem ICE der Deutschen Bahn benachteiligen. Die Muttergesellschaft Flixmobility legt nun Einspruch gegen das Angebot von DB Netz ein.

„Es scheint, als würde die Bahn Flixtrain als Wettbewerber nicht willkommen heißen“,

sagte Flixmobility-Gründer und -Chef André Schwämmlein.

Die von der DB Netz vorgeschlagenen Trassen jedenfalls seien für das Unternehmen „sehr schwer wirtschaftlich zu betreiben“, so Schwämmlein. „Wir beanstanden dies nun bei der DB Netz und gehen von einer Prüfung durch die Bundesnetzagentur aus.“

Damit ist klar: Zwischen der DB und Flixmobility ist ein offener Konflikt ausgebrochen, der bald auch die Politik beschäftigen könnte. Das Start-up aus München ist der erste ernsthafte Konkurrent des Staatskonzerns im Fernverkehr auf der Schiene. Viele hoffen auf mehr Wettbewerb.

Diskriminierung?

Es seien „Punkte auffällig, die den Verdacht auf Diskriminierung und Ungleichbehandlung untermauern“, heißt in der Stellungnahme eines Gutachters für Flixmobility. Nur die Linie Köln-Hamburg, die derzeit schon gefahren wird, wäre im neuen Fahrplan wirtschaftlich zu betreiben. Aber das auch nur mit „starken Einbußen“ im Vergleich zu heute, da in Hauptreisezeiten ein Halt in Essen nicht möglich sei.

Der Verdacht auf Diskriminierung erscheine „deshalb gerechtfertigt, da es schwer vorstellbar ist, dass die DB Fernverkehr im selben Maße von den Einschränkungen betroffen ist“, heißt es in dem Gutachten weiter. Die DB-Fernverkehr müsste demnach ebenfalls auf der gerade neu eröffneten Schnellfahrstrecke längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen oder über vier Monate hinweg ihr Angebot auf der Strecke Berlin-Stuttgart um zwei Drittel reduzieren. Flixmobility bezweifelt, dass das der Fall ist, und folgt dem Gutachter, der von „künstlich erhöhten Marktaufbaukosten“ spricht und zu diesem Ergebnis kommt: „Unter Beachtung der voranstehenden Punkte ist es ratsam, gegen die Trassenangebote vorzugehen.“

Die DB weist die Vorwürfe zurück. Sie begründet die starken Einschränkungen mit Baumaßnahmen, die alle Eisenbahnunternehmen gleichermaßen betreffen würden. Außerdem sei der Netzfahrplan 2019 vorläufig. „Die Planer haben Anfang Juli einen Entwurf, den so genannten vorläufigen Netzfahrplan, zur Kommentierung an die Eisenbahnverkehrsunternehmen versandt“, heißt es seitens der DB. „Mit Flixtrain ist die DB Netz AG schon seit vergangener Woche im Gespräch, um etwaige Wünsche des Unternehmens im weiteren, standardisierten Prozess der Fahrplanerstellung 2019 zu berücksichtigen.“ Es seien weitere Gespräche und Abstimmungen vereinbart worden. (red/wiwo)

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