IGE beteiligt sich am Containerzug nach China

in Bahnmarkt Europa von

Die Metropolregion Nürnberg als bedeutendes Wirtschaftszentrum im Freistaat Bayern hat große Anziehungskraft für Wirtschaftsunternehmen in aller Welt, speziell jedoch in China.

Eine hochrangige Delegation aus dem „Reich der Mitte“ weilte dieser Tage in Nürnberg, um bestehende Kontakte zu vertiefen, sie weiter auszubauen und zugleich eine neue Verkehrsbeziehung auf dem Landweg aus der Taufe zu heben: Das Hersbrucker Eisenbahnunternehmen IGE GmbH & Co KG wird künftig als federführendes Eisenbahn-Verkehrsunternehmen einen Container-Zug zwischen Nürnberg und der nordchinesischen Provinz Jilin mit der Hauptstadt Changchun auf die Schiene bringen.

Für den gesamten Transport zwischen Nürnberg und Changchun ist die international tätige Spedition CCILP verantwortlich, die zu diesem Zweck auch ein Büro in Nürnberg unterhält. Die IGE wird zukünftig mit eigenen Lokomotiven und eigenem Personal den regelmäßig verkehrenden Blockzug bis zur deutsch-polnischen Grenze befördern. Dort und auf dem weiteren Landweg übernehmen Partnerunternehmen die Wagen, die im trimodalen Frachtzentrum im Nürnberger Hafen beladen werden. Wegen der unterschiedlichen Spurweite der Bahn müssen die Groß-Behälter jeweils an der russischen Grenze auf Breitspurwagen umgeladen werden, ehe sie wieder auf normalspurigen Tragwagen an ihrem Ziel ankommen. In der Gegenrichtung wird der Container-Zug mit Waren aus China die schnelle Reise nach Nürnberg antreten: Trotz des Umladens ist die Fracht mit dem Zug rund 10 Tage früher am Ziel, als auf dem Seeweg; der dauert üblicherweise durchschnittlich 4 Wochen.

Diese zukünftige Bahnverbindung ist Bestandteil der chinesischen Wirtschaftsinitiative „Neue Seidenstraße“, mit der die Politik des Landes die Handelswege über die Landbrücke schneller und damit kostengünstiger sowie umweltfreundlicher gestalten will. Die Bedeutung der Visite in Nürnberg unterstreicht die Tatsache, dass die Delegation aus Jilin eigens von Gouverneur Jing Junhai – vom Rang vergleichbar dem Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes – geleitet wurde. In seiner Begleitung reisten zahlreiche Regierungsvertreter, Unternehmer und Medienvertreter aus einer der bedeutendsten Industrieregion Chinas nach Nürnberg. Wichtigstes Standbein der regionalen Industrie dort ist die Automobil-Produktion sowie der Bau von Lokomotiven und Hochgeschwindigkeitszügen, die in der Provinzhauptstadt Changchun konzentriert ist. Ein Joint-venture mit der Audi AG ist nur eine von mehreren Kooperationen mit bayerischen Firmen.

Die chinesischen Regierungs- und Wirtschaftsvertreter eröffneten nicht nur im Hafen Nürnberg ein Überseelager („Oversea Warehouse Nürnberg“), sondern schickten am vergangenen Mittwoch, den ersten Zug mit einer extra beklebten IGE-Lokomotive auf die rund 11.000km lange Reise nach Osten.

Die Delegation aus China mit ihrem großen Gefolge war hoch erfreut, dass der Zug durch das persönliche Engagement des Hersbrucker IGE-Chefs medienwirksam vom TriCon-Terminal durch den Gouverneur persönlich auf die Reise geschickt werden konnte. Der Gouverneur Jing Junhai bedankte sich deshalb auch höchst persönlich bei Armin Götz und seiner Gattin Meilan, die aus Changchun stammt, das der Zug zwischen Bayern und Jilin starten konnte. Gleichzeitig lud er beide zur weiteren Vertiefung der Beziehungen und Ausbau der Geschäftsbeziehungen zu einem zeitnahen Besuch nach Changchun ein.

Bild: Die Verladung des geschmückten 40-Fuß-Containers auf den Premiere-Zug. 

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