Klimaschutz: VDV distanziert sich von Oberleitungs-Lkw

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Der Oberleitungs-Lkw sei keine praktikable Lösung für den Klimaschutz, teilt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit. Deshalb sei es auch falsch, dem Oberleitungs-Lkw eine zentrale Rolle bei der Klimawende im Verkehr zuzuweisen.

„Der Oberleitungs-Lkw ist keine realistische Alternative, um im Transportgewerbe in Sachen Klimaschutz voran zu kommen. Von Konzepten, die weder technisch, finanziell noch europaweit politisch tragfähig sind, sollte man lieber gleich die Finger lassen“, so VDV-Vizepräsident Joachim Berends.

Nationaler Alleingang ist sinnlos
Vor allem der enorme Aufwand und die hohen Kosten für die Stromversorgung, die aus physikalischen Gründen weit aufwendiger ist als bei Eisenbahnen, machen ökonomisch und auch ökologisch keinen Sinn. Auch die notwendigen Hybridfahrzeuge, so der VDV, seien teuer, schwer und ineffizient. Und da Europa den Weg zur elektrifizierten Autobahn ohnehin nicht mitgehe, der Transportmarkt aber keine nationalen Grenzen mehr kenne, sei ein nationaler Alleingang sinnlos. In einem Fakten Check hat der Verband die wichtigsten Punkte zum Oberleitungs-Lkw zusammengefasst:

  • Ein Gleichstromnetz für Lkw auf Autobahnen benötigt auf gleicher Länge rund zwanzigmal mehr Unterwerke als eine Eisenbahn.
  • Für die Anbindung der Unterwerke werden tausende von Kilometern an Stromleitungen benötigt.
  • Um die zusätzliche Stromnachfrage zu bedienen, müssen mehr spitzenlastfähige Kraftwerke her. Der Gesamtenergieverbrauch läge bei einer Elektrifizierung aller Autobahnen allein in Deutschland bei 36 Terawattstunden.
  • Allein auf der Infrastrukturseite könnte eine Vollelektrifizierung des Autobahnnetzes einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten.
  • Oberleitungs-LKW müssten mit einem zweiten Antrieb ausgestattet sein, um außerhalb der elektrifizierten Autobahnen fahren zu können; das macht sie teuer und schwerer.

Kluge Aufgabenteilung ist wichtig
„Die einzig sinnvolle Alternative zum dieselgetriebenen Fern-Lkw ist die Eisenbahn“, erklärt Berends abschließend. „Die Zukunft ist nicht ein Gegeneinander, sondern eine vernünftige Aufgabenteilung zwischen elektrifizierter Güterbahn auf der langen Strecke und batterieelektrischem Lkw in der Feinverteilung.“ (red/VDV)

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