Kombiverkehr fordert 250 Millionen Euro Soforthilfe für Spediteure

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Aufgrund der aktuellen Betriebssituation im Deutschland-Italienverkehr via der Leitungswege Gotthard und Brenner fordert die Frankfurter Kombiverkehr KG 250 Millionen Euro Soforthilfe für Spediteure sowie an der Transportkette beteiligte Unternehmen. Beide Leitungswege sind mittlerweile seit mehreren Wochen durch Unfälle, Baustellen oder Grenzkontrollen wie nie zuvor massiv negativ beeinträchtigt.

Planbare Regelverkehre sind im Kombinierten Verkehr Straße-Schiene kaum noch im Leistungsangebot der Operateure darstellbar, besonders mittelständische Speditions- und Logistikunternehmen, die ihre Basisverkehre auf die Schiene verlagert haben, leiden unter den finanziellen Folgen, die sich daraus tagtäglich ergeben, teilt Kombiverkehr (KV) mit.

Die bis voraussichtlich zum 7. Oktober 2017 andauernde Rheintalsperrung auf dem Streckenabschnitt zwischen Mannheim und Basel ist derzeit nur ein Grund unter vielen für die verheerende Lage im intermodalen Schienengüterverkehr zwischen Deutschland und Italien. Auch wenn die Infrastrukturanbieter, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Operateure alles Machbare unternehmen, den Bahnbetrieb so weit wie möglich am Laufen zu halten, stellt sich heraus, dass auch die Umleitungsstrecken aufgrund der Streckenprofile, der Elektrifizierung, insgesamt zu geringer Lok- sowie Personalkapazitäten und letztlich einer zu hohen Zugfolge weiterhin zu starken Problemen in der Transportabwicklung führen. Die Folgen dieses Zusammenbruchs des Schienengüterverkehrs werden die bisherigen Folgen des Lokführer-Streiks um ein Vielfaches übertreffen. Nach unserer Einschätzung handelt es sich bei der Rheintalsperrung bei Rastatt um den größten Schieneninfrastrukturschaden, der jemals in Europa eingetreten ist.

Nicht anders ist sei aktuelle Situation im Italienverkehr via Brenner: Auf dem bedeutendsten Streckenabschnitt im Italienverkehr zwischen München und Norditalien ist der Schienengüterverkehr durch die Auswirkungen von unkoordinierten Infrastrukturarbeiten und halb- bis ganztägigen Grenzkontrollen aufgrund der Flüchtlingssituation komplett aus dem Takt geraten. Eine überhaupt nur annähernd kundengerechte Abwicklung der Transporte sei faktisch nicht möglich.

Auch wenn mit dem Masterplan Schienengüterverkehr und den damit verbundenen Maßnahmen mittel- und langfristig auch der Kombinierte Verkehr wieder gestärkt werden soll, so muss sich die Politik auch in Krisenzeiten wie diesen den Themen stellen und für entsprechende Lösungen sorgen. „Ein tatenloses Zusehen können wir nicht akzeptieren. Wir sehen derzeit die Gefahr, dass das über Jahrzehnte aufgebaute und jahrelang gut funktionierende alpenquerende, intermodale Schienensystem, an dem eine Vielzahl von Logistikunternehmen tatkräftig mitgearbeitet hat, zugrunde geht“, so KV-Geschäftsführer Robert Breuhahn. (red/Kombiverkehr)

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