KONUX NEU IM DVF – VORAUSSCHAUENDE WEICHENWARTUNG DURCH INTELLIGENTE ALGORITHMEN

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Das im digitalen Bahnnetz erfolgreiche Unternehmen Konux ist neues Mitglied im Deutschen Verkehrsforum DVF. Auf der Bewegtbildplattform des bahn managers findet sich ein ausführliches Interview zu den Lösungen des Unternehmens bei der vorausschauenden Weichenwartung.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Der Mobilitätsverband der deutschen Wirtschaft freut sich über den Neuzugang. “Mit KONUX dürfen wir ein sehr erfolgreiches Unternehmen für die Zukunft der Mobilität willkommen heißen”, sagte Dr. Heike van Hoorn, DVF-Geschäftsführerin. “KONUX hilft Bahnbetreibern, die Verfügbarkeiten in ihrem Schienennetz zu maximieren. Per Sensordatenanalyse und Künstlicher Intelligenz (KI) werden die Pünktlichkeit und damit die Qualität der Schieneninfrastruktur erhöht. Wir freuen uns sehr, mit diesem jungen Unternehmen das Thema Digitalisierung im Schienenbereich noch intensiver in unsere Arbeit aufnehmen zu können.”

Vier Studenten gründeten im Jahr 2014 Konux mit Hauptsitz in München mit dem Ziel, Schienennetze durch Digitalisierung zuverlässiger und damit das Bahnfahren pünktlicher zu machen. Mittlerweile ist Konux ein hochprofessionelles Unternehmen mit knapp 100 Mitarbeitern und in vielen Ländern Europas und Asien aktiv.

KONUX-Mitgründer und CEO Andreas Kunze betonte:

“Digitale Schiene und Klimaschutz sind zwei Kernthemen des DVF, die sich 1:1 in unserer Unternehmensvision ‘Wir transformieren den Schienenverkehr für eine nachhaltige Zukunft’ widerspiegeln. Die Zusammenarbeit mit dem DVF hat für uns daher eine herausragende Bedeutung.”

Bereits 2018 verkündeten Konux und die Deutsche Bahn DB eine Zusammenarbeit – erfasst werden soll an Hochgeschwindigkeitsweichen, wie stark die Schwellen einsenken, wenn ein Zug darüberfährt. Die von einem Sensor gesammelten Daten werden an die bestehende, DB-eigene Diagnose- und Analyseplattform Diana übermittelt, die bereits den Weichenantrieb von mehr als 15.700 Weichen überwacht. Vereinbart wurde eine Betriebserprobung an 100 Weichen, um die Technik zu testen. Über den Vertragsabschluss hinaus verständigten sich beide Partner darauf zu untersuchen, für welche weiteren Anwendungsfälle das Konux-System bei der Vorhersage von Schäden zum Einsatz kommen könnte. Konux hatte zuvor das Start-up-Förderprogramm in der DB mindbox in Berlin durchlaufen. Inzwischen wurde das Unternehmen vielfach international ausgezeichnet, unter anderem vom World Economic Forum (WEF) als Technology Pioneer sowie zuletzt als eines der weltweit meist versprechenden KI-Unternehmen im Rahmen des 2020 CB Insights Annual AI 100 Ranking.

Auf der Bewegtbildplattform des bahn managers gibt der Konux-Vertreter Benjamin Jansen ein Interview zur vorausschauenden Weichenwartung. Darin heißt es unter anderem:

bahn manager: Herr Jansen, was hat es mit diesem kleinen gelben Kästchen auf sich?

Benjamin Jansen: Dieser Sensor ist Teil unserer predictive maintenance solution für Eisenbahnweichen. Wir haben hier eine End to End-Solution, die besteht zum einen aus dieser Sensor-Box, die Sie hier sehen, die im Gleis auf den Eisenbahnschwellen bei Weichen verbaut wird. Darin ist verschiedenste Sensorik verbaut –  Beschleunigungssensoren, Tilt-Sensoren, aber es werden auch so einfache Dinge wie Temperatur zum Beispiel gemessen. Das Schöne ist bei diesem Hardwareteil, es funktioniert komplett autonom. Das heißt, es wird einmal innerhalb von vier bis zehn Minuten im Gleis verschraubt und ist dann lange wartungsfrei.

Da ist eine Batterie drin?

Genau, und die hält vier bis fünf Jahre. Das Ganze ist Teil unserer End to End-Solution, das heißt, es gibt nicht nur die Hardware, sondern wir betreiben auch eine Plattform dazu, wobei wir mit Maschinen-E-Learning und Artificial Intelligence-Algorithmen arbeiten. Wir analysieren alle Daten, die dort ankommen, und erkennen Trends. Wir ziehen Erkenntnisse aus der Vielzahl der Daten und arbeiten sie so auf, dass der Anwender später über das User-Interface, über die Benutzeroberfläche, nur die wichtigen Dinge sieht. Er ist ja nicht an jedem einzelnen Datenpunkt interessiert, sondern will wissen, geht es meiner Weiche gut, und wenn nicht, was muss ich tun.

Wir können schon bis zu 90 Tage in die Zukunft schauen, geben dem Anwender drei Monate Zeit, so dass er seine Wartungen besser planen kann. Damit gibt es weniger Ausfälle auf der Strecke, weniger Verspätungen. Und ich kann es natürlich viel günstiger machen. Wenn ich Zeit habe, kann ich ganz anders agieren, als wenn ich jetzt im Notfallmodus auf die Strecke muss, um irgendetwas zu reparieren, was gerade aufgetreten ist.

Das komplette Interview findet sich als Video unter dem LINK

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