Leo Express fährt ab Dezember zwischen Prag und Krakau

in Bahnmarkt Europa von

Mit dem Winterfahrplan wird das tschechische Verkehrsunternehmen Leo Express ab dem 10. Dezember den ersten privaten Fernbahnverkehr zwischen Prag und dem polnischen Kraków / Krakau aufnehmen. Der Zug wird Polen am frühen Morgen verlassen und vor Mitternacht zurückkehren.  

Von Hermann Schmidtendorf

Das polnische Bahnaufsichtsamt UTK bestätigte formell die Erteilung der open access- Genehmigung für Personenverkehr nach Krakau über Katowice / Kattowitz. „Die Erlaubnis des Zugangs für LEO Express zum polnischen Bahnnetz ist nicht nur eine gute Nachricht für die Passagiere auf dieser Strecke, sondern auch eine gute Nachricht für die europäischen Eisenbahnen“, erklärte gegenüber bahn manager Magazin der CEO von Leo Express Peter Köhler. „Wir freuen uns, dass wir die erste nicht-polnische Bahngesellschaft sind, die ein Sicherheitszertifikat erhalten hat, damit wir in naher Zukunft auf polnischen Bahngleisen fahren können. Polen hat sich Schweden, Großbritannien, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Österreich oder Italien angeschlossen, wo es bereits einen Wettbewerb auf Fernverkehrsstrecken gibt.“

Am 20. April 2017 hatte das tschechische EVU das notwendige Sicherheitszertifikat Teil B für Personenverkehr auf dem polnischen Bahnnetz erhalten. Danach begannen Testfahrten mit einem durch die polnische Stadler-Filiale gebauten Flirt-Elektrotriebzug im typischen noblen Leo Express-Design, der die Verbindung realisieren soll. Zur Beschleunigung der behördlichen Zustimmung zog das EVU den Antrag zurück, den Zug auch bis nach Warschau fahren zu lassen. Das UTK hatte unmissverständlich klargestellt, dass bei einem zu weitgehenden Antrag geprüft werden müsse, ob die geplanten neuen Angebote nicht „das durch öffentliche Institutionen bestellte System der Verbindungen durcheinander bringen würden, also erhöhte öffentliche Zuschüsse erfordern würden“, so UTK-Präsident Ignacy Góra.

2013 hatte Leo Express durch den Verwalter des polnischen öffentlichen Bahnnetzes PKP PLK eine Absage für beantragte Trassen bekommen. Vieles sprach für einen politischen Hintergrund. Das staatliche Fernverkehrsunternehmen PKP Intercity hatte mit staatlichen und EU-Geldern Züge vom Typ Pendolino beschafft und konnte kein Interesse haben, sofort bei deren Betriebsaufnahme mit tschechischer Konkurrenz auf denselben Strecken konfrontiert zu sein. Jetzt versicherte Leo Express, bei der Realisierung von Personenverkehren „eng mit lokalen Partnern und den Selbstverwaltungsorganen“ zusammenarbeiten zu wollen. Im Gegenzug lobte UTK-Präsident Góra: „Der Wettbewerb auf der Schiene erhöht die Chance, dass der Reisende bessere Preise, Komfort und Qualität der Dienstleistungen erhalten wird. Wichtig ist, dass der Wettbewerb durch gesetzliche Regelungen überwacht wird, um die Lage der Passagiere zu verbessern. Wir wollen langfristig keine Verschlechterung der Häufigkeit von Bahnverbindungen zulassen.“

Bild: Ein Leo Express-Flirt-Zug auf Testfahrt im Hauptbahnhof Poznań / Posen. 

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