Nach Friederike: Für 1.000 Euro von Frankfurt nach Berlin

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Der laut Deutschem Wetterdienst (DWD) schwerste Sturm seit 2007 veranlasste die Deutsche Bahn am Donnerstagnachmittag (18. Januar) zur vollständigen Einstellung des Bahn-Fernverkehrs in Deutschland. Jetzt läuft der Verkehr wieder an. Die traurige Bilanz: Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben. Von Hermann Schmidtendorf

Zusätzlich zu den Fernverkehrsverbindungen auf der Schiene wurden gestern auch zahlreiche Flugverbindungen in Deutschland gestrichen. Laut DWD erreicht Orkantief „Friederike“ Spitzen bis zu 203 Stundenkilometer erreichte und bis zum Abend für mindestens sechs Tote verantwortlich war. Bahnsprecher Achim Strauß: „Es wäre fahrlässig, die Züge irgendwo, wo man noch fahren kann, noch fahren zu lassen, und dann bleiben Hunderte Fahrgäste auf irgendeinem Bahnhof oder schlimmstenfalls auf freier Strecke hängen.“ Nur so sei auch zu gewährleisten, dass Personal und Züge für die Wiederaufnahme des Betriebs heute am richtigen Ort seien.

Nichts ging mehr – gar nichts!
Um die Mittagszeit stellte die DB zunächst in Nordrhein-Westfalen den Fern- und auch Nahverkehr ein. Fernzüge in den angrenzenden Regionen wurden mit einer Verspätung von 180 Minuten ausgewiesen, die Geschwindigkeit auf 140 km/h reduziert. Gegen 16 Uhr wurde der Beschluss zum deutschlandweiten Stopp des gesamten Fernverkehrs bekanntgegeben. Es war die erste Komplett-Einstellung des DB-Fernverkehrs seit dem Sturm „Kyrill“ vor 11 Jahren. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen stellten auch den Nahverkehr ein.

Kaffee und Schokoladenriegel 
Zahlreiche Zusatzkräfte betreuten die gestrandeten Reisenden, verteilten teilweise Kaffee und Schokoladenriegel, stempelten Fahrkarten ausgefallener Züge für spätere Benutzung frei. In Frankfurt/Main besorgte Servicepersonal für die Weiterfahrt umstandslos Taxis, um die Reisenden zu ihrem Zielort zu bringen. Bei der Ankunft in Berlin zeigte das 1000 Euro Kosten an – es wird nicht der einzige Sonderkostenfaktor für die DB gleich zu Jahresbeginn bleiben: Auch Hotelübernachtungen wurden Reisenden vermittelt.

Tickets bleiben weiter gültig
Die Kulanzregelung der DB sieht vor, dass für die vom Sturm betroffenen Strecken alle für Donnerstag und Freitag (18. und 19.Januar) geltenden Fahrkarten, auch zuggebundene, für den Fernverkehr ihre Gültigkeit behalten und entweder kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden können.

 

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