PESA Link-Züge übernehmen DB Regio-Verkehr auf Sauerlandlinien

in Bahnmarkt Europa von

Aufatmen bei Nordrhein-Westfalens DB Regio: Ende Mai erteilte das Eisenbahnbundesamt (EBA) den zweiteiligen Dieseltriebzügen LINK der Baureihe 632 des polnischen Herstellers PESA die Zulassung.

Bei einer Präsentation in Dortmund am 14. Juni wurde der weitere Zeitplan vorgestellt. Demnach werden die vier Regio-Linien 43, 52, 53 und 54 des Sauerlandnetzes zwischen Juli und Oktober komplett auf 20 aus Polen bezogene Triebzüge umgestellt. Bestellt hat DB Regio bei PESA auch 16 Link-Dreiteiler als Baureihe 633. Deren EBA-Zulassung wird für Juli erwartet, so dass sie bis März 2019 auf den Regio-Linien 17 und 57 den Verkehr übernehmen sollen.Die frohe Kunde erfreute auch den Geschäftsführer der in Berlin ansässigen Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) Detlef Bröcker. Sein EVU hatte ab Juni 2016 als erstes deutsches Bahnunternehmen 7 EBA-zugelassene LINK-Triebzüge von PESA geliefert bekommen. 2 Dreiteiler stehen hingegen noch aus. “Der Hersteller hat die Zulassungsunterlagen im Juni beim EBA eingereicht”, berichtete Bröcker dem bahn manager. “Also sollten auch unsere Dreiteiler in einigen Wochen zugelassen sein.”

Die DB-Zweiteiler von PESA bieten in zwei Klassen insgesamt 240 und die Dreiteiler 356 Sitzplätze. Sie sind mit MTU-Dieselmotoren mit Abgasturbolader der Leistung 2 x 390 kW beziehungsweise 2 x 625 kW ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 km/h. Eigentlich hätten die LINK-Zweiteiler bei DB Regio im Sauerland zum Fahrplanwechsel 2016 eingesetzt werden sollen. Doch die EBA-Zulassung verzögerte sich bis heute. Bei den NEB-Fahrzeugen betrug der Verzug etwa ein Jahr. Liefer- und Zulassungsverzögerungen hatte es zuvor auch bei Großkonzernen wie Siemens, Bombardier und Alstom gegeben. Der polnische Produzent hatte gehofft, schneller die Anforderungen erfüllen zu können, was aber offenbar nicht der Fall war.

Am 7. Juni hat der staatliche Polnische Entwicklungsfonds (Polski Fundusz Rozwoju, PFR), beim Warschauer Amt für Wettbewerbs- und Konsumentenschutz (UOKiK) den offiziellen Antrag auf Übernahme der PESA-Holding gestellt. Im Namen des PFR soll ein durch diesen verwalteter Fonds die exklusive Kontrolle über PESA und deren Tochtergesellschaften übernehmen, der Fonds für Investitionen Polnischer Unternehmen Geschlossener Investitionsfonds Nichtöffentlicher Aktiva FIPP FIZAN. Damit soll eine Branchenkonsolidierung durchgeführt werden, teilte UOKiK mit: “Das Ziel ist ein Beitrag zum Wachstum des Bruttosozialprodukts, die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Inland sowie die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit Polens in der europäischen Arena.” Durch den staatlichen Antragsteller kontrollierte Gesellschaften sind außer der Eisenbahnbranche auch in anderen Branchen tätig, so im Bau- und Finanzwesen, im Steinkohlebergbau, der Informatik, Energetik und Telekommunikation. (hfs)

zur Startseite
nach oben gehen