POLEN ERWEITERT UMSCHLAGSPOTENTIAL FÜR CHINA-ZÜGE

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Polens Infrastrukturverwalter PKP PLK sowie das Güterverkehrsunternehmen PKP CARGO bauen die Infrastrukturen des Grenzbahnhofs zu Weißrussland in Terespol sowie des vorgelagerten Verladeterminals Małaszewicze aus.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager

Verwalter des Verladeterminals an der polnisch-weißrussischen Grenze ist die Gesellschaft PKP Cargo Centrum Logistyczne Małaszewicze. Diese hat einzelne Bereiche des Terminals an weitere PKP-Töchter vergeben. In dem Terminal werden die transportierten Waren von Waggons der Spurweite 1435 mm auf solche der Breitspur 1520 mm und umgekehrt verladen. Der Grenzübergang liegt am Güterverkehrskorridor 3 Bremerhaven/Rotterdam/Antwerpen-Aachen/Berlin-Warschau-Terespol (Grenze Polen-Belarus)/Kaunas. Seit der Ausrufung der “Neuen Seidenstraße” 2013 als Eisenbahn-Transportroute zeigt Chinas Wirtschaft starkes Interesse am Ausbau dieses Übergangs.

Auf einer Konferenz im August 2018 verpflichteten sich Vertreter des Verladeterminals und der chinesischen Stadt Zhengzhou, dem Ausgangsort der Neuen Seidenstraße, zur “Förderung der internationalen Zusammenarbeit der logistischen Zusammenarbeit und der Lieferketten im Rahmen der Regionalpolitik China-EU”. Nach Angaben der PKP Cargo kann das Terminal Małaszewicze derzeit zehn Vollzüge der europäischen Standardzuglänge von 740 m täglich abfertigen. Diese Kapazität sei nicht voll ausgelastet. Im Vorjahr habe es auf PKP-Seite Verzögerungen beim Ablauf der Züge gegeben, doch sei dies durch Bauarbeiten an der Trasse bedingt gewesen und nicht durch Kapazitätsprobleme des Terminals. Da ein deutliches Anwachsen der Transportmengen erwartet wird, soll bis 2026 ein vierfaches Umschlagsvolumen gegenüber jetzt ermöglicht werden. Dabei sollen auch verstärkt polnische Waren wie Milchartikel, Säfte, Süßigkeiten und Fleischwaren den Weg nach China antreten.

Über Terespol führen die normalspurige Bahnlinie Nr. 2 (Magistrale E 20) sowie die breitspurigen Linien Nr. 60 und 446, die mit dem Terminal Małaszewicze verbunden sind. Derzeit wird der normalspurige Bereich der Station Terespol modernisiert. Im Rahmen des Investitionsprojekts “Verbesserung des Zutritts zum Grenzübergang Terespol – Brześć (polnisch für Brest), Etappe 1 – Ausbau der Gleisanlagen der Station Terespol mit 1520 mm Spurweite” sollen 10 Breitspurgleise für maximale Achslast 25 Tonnen errichtet werden. Die Vorbereitungen werden in diesem Jahr beginnen. Die Gesamtkosten sollen 58,2 Millionen Euro betragen. Außerdem soll für 21 Millionen Euro der polnisch-ukrainische Bahn-Grenzübergang Medyka – Mościska II modernisiert werden. Das Ende derArbeitenist für2023vorgesehen.

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