Polen: Größtes Fahrzeugbeschaffungsprogramm der Geschichte

in Bahnmarkt Europa von

Die polnische Staatsbahn PKP wird innerhalb der Intercity-Strategie bis 2023 insgesamt 7 Milliarden PLN (1,67 Milliarden Euro) für den Kauf neuer Fahrzeuge ausgeben. Bei den polnischen Eisenbahnen gab es bisher kein so großes Rollmaterialprogramm, sagte Krzysztof Mamiński, Präsident der polnischen Eisenbahnen.

Der Betrag von 4 Milliarden PLN wird für komplett neues Rollmaterial bereitgestellt, während 3 Milliarden PLN für die Modernisierung von 16 technische Stationen bestimmt sind, fügt Andrzej Resmer, Mitglied des Vorstands von PKP Intercity und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Speisewagen-Betreibers Wars, hinzu.
PKP Intercity plant den Kauf von 19 neuen elektrischen Triebzügen, zwei Wendezügen, 185 neuen Waggons und 118 neuen Lokomotiven. Damit einher geht die Modernisierung von 700 Waggons, 14 Elektrotriebzügen (ED74) und 200 Lokomotiven. Darüber hinaus werden landesweit 16 technische Stationen modernisiert. Es wird angestrebt, dass ab 2023 bis zu 80 Prozent der Züge der nationalen Eisenbahngesellschaft mit neuem oder modernisiertem Rollmaterial gefahren werden. Die Bezahlung soll über eigene, private und EU-Finanzierung erfolgen.

PKP Intercity plant ferner den Kauf des Speisewagen-Betreibers Wars. „Wars ist ein Unternehmen, in das wir alle Aktivitäten auslagern, die nicht zu unserem Kerngeschäft (PKP Intercity) gehören, d. h. die nicht mit dem Personenverkehr zusammenhängen, wie z. B. Catering oder Reinigungsdienste“, sagte Andrzej Resmer.

„Was die Aktionäre von Wars betrifft, so möchten wir das Paket im nächsten Jahr vom Ministerium übernehmen. Wir lagern immer mehr Dienstleistungen an diese Einheit aus und sind zufrieden“, fügte er hinzu. Derzeit hält der Staatsschatz 49,98 Prozent der Aktien, während die restlichen 50,02 Prozent im Besitz von PKP Intercity sind. Das Ministerium für Infrastruktur und Bauwesen müsse aber vor der Transaktion seine Bedingungen festlegen.

Resmer sagte, dass frühere Verkaufspläne von Wars nicht mehr zutreffen. Der letzte Versuch, Wars zu verkaufen, wurde Ende 2015 unternommen, aber mangels Interessenten wurde die Auktion abgebrochen. Es war bereits der fünfte erfolglose Versuch, das Unternehmen zu verkaufen.

Das zu Beginn dieses Jahres abgewickelte Ministerium für Staatsvermögen wollte im Frühjahr 2012 die Aktien seines Gastronomieunternehmens loswerden. Zuvor hatte das Ministerium Investoren zu Verhandlungen über den Kauf von Wars-Anteilen im Herbst 2009 und zweimal im Frühjahr 2011 eingeladen. Die Anteile an der Gesellschaft wurden jedoch nicht veräußert. PKP Intercity hat 2009 das einzige verbindliche Angebot abgegeben.

Wars ist seit 1948 auf dem Markt der Personenbeförderung tätig. Es bedient Passagiere in Restaurants, Bars und Hotelwagen. Wars betreibt derzeit 17 Intercity-Premium-Barwagen, 14 Reisebusse und 32 Barwagen. Wars bedient auch vier Restaurants in Warschau. (red/Lok-report, TVN24)

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