Erste Smartphone-App gegen Rückenleiden im Bahnsektor

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Am Mittwochabend zeichnete die Worldwide Railway Association (UIC) das Münchner Start-up Kaia Health für seine gesundheitsfördernde Technologie mit dem Digital-Award aus. Kaia Health hat die erste medizinisch anerkannte Rückentherapie per Smartphone entwickelt.

Rückenschmerzen sind nach Angaben der Jury das wichtigste Gesundheitsthema der Branche: Mitarbeiter von Bahnunternehmen sind aufgrund psychischer und körperlicher Belastung wie langem Stehen und dem Heben schwerer Gegenstände überdurchschnittlich häufig davon betroffen – bis zu 70 Prozent der Angestellten leiden darunter.

Ziel des Awards ist, die Zusammenarbeit von Start-ups und Eisenbahngesellschaften weltweit zu fördern, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Prämiert werden einfach zu implementierende Lösungen, deren Anwendung eine hohe Relevanz im Eisenbahnsektor hat. Eine von der Oxford-Universität veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2014 unterstreicht die Bedeutung von Rückenleiden als Hauptkostenverursacher im betrieblichen Gesundheitsmanagement von Eisenbahngesellschaften. Kaia Health setzt mit der digitalen Therapie nicht nur bei den körperlichen Beschwerden an, sondern berücksichtigt ebenso die Psyche der Patienten und vermittelt über einen Wissensteil wichtige Informationen über den täglichen Umgang mit der Krankheit.

In ersten Tests zeigt die Therapie wesentliche Veränderungen bei Betroffenen: Bei der Analyse von mehr als 200 Nutzerdaten aus der App werteten Forscher des Klinikums rechts der Isar in München aus, welche Angaben die Nutzer im Verlauf zu ihrem individuellen Schmerz-Level machten. Patienten, die das Therapie-Programm komplett absolvierten gaben im Schnitt eine Linderung ihrer Schmerzen um 43 Prozent an. Die Ergebnisse wurden im September 2017 auf dem europäischen Schmerzkongress ausgezeichnet.

Seit Mai 2017 ist Kaia auch auf dem US-Markt aktiv und wurde dort im November als Newcomer of the Year der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer ausgezeichnet. Der Deutsche Innovationsfonds fördert ein Forschungsprojekt mit Partnern wie der AOK Bayern und der Technischen Universität München zur Einbindung der Kaia Therapie in die Regelversorgung mit 5,2 Millionen Euro. Auch erste Krankenkassen und Unternehmen übernehmen die Kosten der Therapie-App. (red/Kaia Health Software)

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