RENTOKIL: DURCH REINIGUNG GEGEN „VIRENSCHLEUDERN“

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In Zeiten des Corona-Virus SARS-CoV-2 kommt der Reinlichkeit in Transportmitteln, der Unternehmenshygiene und Schädlingsbekämpfung eine besonders hohe Bedeutung zuteil.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Verkehrte Welt: Eine zum Verzehr angebotene Fledermaus auf einem chinesischen Wochenmarkt ist möglicherweise für die Verbreitung des Virus unter Menschen mit verantwortlich, doch auch ein Tiger im New Yorker Zoo steckte sich jetzt bei seinem trocken hustenden Corona-infizierten Pfleger an. Nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO können Katzen und Frettchen durch Corona-kranke Menschen infiziert werden, umgekehrt kaum. Zur Sicherheit wurden bereits Ende Februar in China Handel und Konsum von Wildtieren verboten. Die chinesische Metropole Shenzhen verbot Anfang April jetzt auch den Verzehr von Hunden und Katzen: „Dieses Verbot entspricht auch der Forderung und dem Geist der menschlichen Zivilisation.“

In europäischen Regionen darf vor allem die Bekämpfung von Schädlingen aller Art wie auch Ratten nicht nachlassen, da auch diese Elemente einer Infektionskette sein könnten, betont Dr. Christian Klockhaus, Schädlingsexperte und wissenschaftlicher Leiter Academy & Science von Rentokil Initial. Eine Ausbreitung des Virus lässt sich auch durch die Bekämpfung zusätzlicher Keime eindämmen, die durch Schädlinge übertragen werden können. Werden die Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen in Unternehmen allerdings vorübergehend ausgesetzt, weil beispielsweise ein Restaurant derzeit geschlossen ist, droht eine rasante Vermehrung und damit eine erhöhte Infektionsgefahr.

Befälle könnten sich etablieren und später nur sehr schwer oder durch massiven Biozideinsatz bekämpft werden. Deshalb, so Dr. Klockhaus, ist die Einhaltung der
geltenden Vorschriften unerlässlich. Hygieneverordnungen schreiben vor, dass Lebensmittel ohne nachteilige Beeinflussung in den Verkehr gebracht werden
müssen. Vor dem Hintergrund gesetzlicher Bestimmungen zum Lebensmittelhygienerecht und HACCP ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung für die meisten Unternehmen zum Schutz von Menschen und Waren daher unbedingte Pflicht. Unter Bezugnahme auf die Kriterien UBA/BAUA („Das Blaue Heft“) fordert der Gesetzgeber monatliche Kontrollen von Schadnagerbefällen zum Schutz von Umwelt, Mensch und Nichtzieltier. Das Aussetzen der Kontrollmaßnahmen widerspräche den gültigen Rechtsvorschriften.

Ebenso wichtig ist gerade jetzt die Desinfektion sowie Reinigung von Lüftungen bei öffentlichen Bussen, Straßenbahnen und Zügen. Das betonte im Gespräch mit bahn manager Key Account Manager Verkehrswesen André Hähner.

bahn manager Magazin: Herr Hähner, würden Sie als Experte von Rentokil empfehlen, angesichts der aktuellen Lage in öffentlichen Bussen, Trams oder Zügen bald anstehende Frist-Reinigungen vorzuziehen, damit die Lüftungen auf aktuellem Stand sind?

André Hähner: Es gibt das vorgeschriebene Intervall der Hygieneinspektionen. Wenn man in Zeiten wie diesen besonders verantwortungsbewusst handeln möchte, so kann man natürlich diese Frist von 3 Jahren verkürzen und öfters inspizieren, ob es Handlungsbedarf gibt.

Manche sprechen ja skeptisch von Lüftungssystemen als “Viren-Schleudern”, was ist davon zu halten? 

Ich würde in manchen Fällen auch von “Keim-/Bakterien-/Schimmelpilz-Schleudern“ sprechen. Dies trifft jedoch nur auf die Anlagen zu, welche nicht wie vorgeschrieben inspiziert und bei denen nicht die gefundenen Hygienemängel beseitigt werden.

Wäre es vielleicht ratsam, derzeit Lüftungen auf niedrigerem Niveau als sonst laufen zu lassen oder ganz abzuschalten, um einen eventuellen Umlauf belasteter Luft zu vermeiden?

Die jeweils verbauten Anlagen sind in Ihrer Größe und Luftmengenförderung auf die jeweilige Raumgröße konzipiert, um einen optimalen Luftaustausch zu gewährleisten. Schaltet man sie ab, so ist die eventuell kontaminierte Luft trotzdem noch im Raum, und zwar nur diese, denn es kommt keine frische mehr hinzu. Demnach ist dies eher kontraproduktiv.

Gibt es möglicherweise spezielle “Viren-Auffangfilter”;, die sich in ein System einbauen ließen?

Viren sind mikroskopisch klein. Natürlich könnte man hier Hochleistungsschwebstofffilter verbauen, wie sie in Laboratorien, OP-Räumen etc. eingesetzt werden, jedoch ist die entsprechende Leistungsfähigkeit der Lüftungsanlagen in Zügen nicht gegeben, da diese einen enormen Luftwiederstand im Vergleich zu herkömmlichen Filtern haben. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten gibt es über unsere Seite.

Mehr zur Reinigung von Lüftungen in Verkehrsmitteln in der aktuellen Ausgabe 3/2020 des bahn managers.

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