SBB: 700 Bahnhöfe sind ein Renditekiller

in Lease & Finance von

Zürich, Basel, Luzern: Mit dem Betrieb der grossen Bahnhöfe verdient die SBB viel Geld. Am Zürcher Hauptbahnhof etwa drängen sich 130 Geschäfte auf knapp 16’500 Quadratmeter. Jeden Tag laufen rund eine halbe Millionen Menschen durch die Einkaufspassagen, eilen von S-Bahn zu Interregio oder umgekehrt.

Die meisten der SBB-Bahnhöfe sind aber ein schlechtes Geschäft. «700 Bahnhöfe erreichen kaum eine finanzielle Stabilität», sagt SBB-Immobilien-Chef Jürg Stöckli im Interview mit der «Handelszeitung».

Schweizweit gehören über 800 Bahnhöfe zum Portfolio des Bundesbetriebes. Das Unternehmen entwickelt rund 140 Areale, 3500 Gebäude und 3600 Grundstück. Zu den wichtigsten Projekten gehören die Europaallee in Zürich, das Genfer Business-Zentrum Pont-Rouge und das Freiburger Bürohochhaus Tour de l’Esplanade.

Im Retailbereich profitiert das Unternehmen davon, dass seine Grundstücke dank zentraler Lage bei Händlern sehr beliebt sind. Das zeigte sich auch in den Zahlen des letzten Jahres. «Im Gegensatz zum eher stabilen Detailhandelsindex ist unser Retailgeschäft 2017 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen», sagt Stöckli.

Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen? Kaum. «Wir arbeiten mit grossen Partnern an einem Future Store im Bereich Convenience», sagt Stöckli. Ausserdem kooperiere die SBB mit Google beim Thema «Augmented Reality».

Über den allgemeinen Zustand des Immobilienmarkts sagt Stöckli: «Nach den starken Rückgängen in den Vorjahren hat sich der Markt stabilisiert – sogar im Retailbereich.» Die Leerstände hätten kaum zugenommen. «Auch für 2018 bin ich optimistisch», so der 49-Jährige Jurist und ausgebildete Zimmermann. «Es gibt keine Anzeichen für eine Blase.» (red/Handelszeitung)

zur Startseite
nach oben gehen