SIEMENS MOBILITY FREUT SICH ÜBER HÖHERE BESTELLUNGEN, UMSÄTZE UND GEWINNE

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Bei der Siemens AG beginnt das Geschäftsjahr jeweils im Oktober, die zum 1. August 2019 herausgegebenen Zahlen des dritten Quartals erfreuten durch rundum aufwärts steigende Ergebnisse.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Zu Beginn des ersten Quartals des Geschäftsjahrs 2019 wurde die Sparte Bahnantriebe von der Division Process Industries and Drives in die Division Mobility übertragen. Neben Mobility weist der Siemens-Konzern fünf weitere Geschäftsbereiche auf. Diese konnten, möglicherweise aus Furcht der Investoren vor einem ungeregelten Brexit sowie den aktuellen Handelsstreiten und drohenden USA-Zöllen, ihre Renditeziele nicht erreichen.

Siemens-CEO Joe Kaeser drückte das so aus: “Trotz eines deutlich schwächeren Umfelds in unseren Schlüsselmärkten bestätigen wir unseren Ausblick für das Jahr. Geopolitik und Geoökonomie beeinträchtigen, wie bereits vor geraumer Zeit angedeutet, ein ansonsten positives Investitionsklima.” Umso mehr setzt Kaeser auf seine Mobilitätssparte, zumal angesichts der derzeitigen Hausse bei Bahninvestitionen:

“Ein robuster Mobilitätssektor und eine konsequente Abarbeitung von Projekten werden uns helfen, unsere Ziele zu erreichen.”

Entsprechend jubelte der Börsen-Onlinedienst onvista: “Mobility wiederum beweist eindrucksvoll, dass der ganze Terz mit Alstom ziemlich unnötig war. Das bereits prall gefüllte Auftragsbuch wächst weiter und lässt auf Jahre hinaus wachsende Umsätze erwarten. Die branchenweit gute Auslastung hebt zudem die Margen komfortabel in den Wunschbereich.”

Siemens Mobility verzeichnete im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019 einen Anstieg der Bestellungen um 18 Prozent auf fast drei Milliarden Euro gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum von 2018. Die Bestellungen stiegen auf Grund eines höheren Auftragsvolumens, heißt es im Geschäftsbericht – insbesondere durch einen Vertrag über 1,2 Milliarden Euro für Hochgeschwindigkeitszüge einschließlich Wartung in Russland und einen 200-Millionen-Euro-Auftrag für Straßenbahnen in Deutschland. Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2018 beinhaltete einen Auftrag über fast 800 Millionen Euro für die Schieneninfrastruktur in Norwegen. Siemens wird das gesamte Bahnnetz Norwegens digitalisieren. Auftraggeber ist die staatliche Bane NOR SF. Die Ausstattung mit modernster digitaler Signaltechnik durch Siemens soll die Kapazität, Pünktlichkeit und Sicherheit der Eisenbahn in Norwegen erhöhen, das Digitalisierungsprojekt soll bis 2034 abgeschlossen sein. Der Auftrag beinhaltet darüber hinaus die Wartung über 25 Jahre ab Inbetriebnahme der ersten Strecke.

Weiter wird vermeldet, dass der Umsatz des Unternehmens 2,12 Milliarden Euro erreichte. Das bereinigte EBITA stieg aufgrund von Zuwächsen in den meisten Geschäftsbereichen um 10,4 Prozent, insbesondere aufgrund eines starken Beitrags aus dem Servicegeschäft. Der Auftragseingang von Siemens stieg um 8 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro und der Umsatz um 4 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro, bei einer guten Book-to-Bill-Ratio von 1,15 und einem hohen Auftragsbestand von 144 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis, ohne Währungsumrechnung und Portfolio-Effekte, stiegen die Bestellungen um 6 Prozent und der Umsatz um 2 Prozent gegenüber dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2018. Insgesamt summiert die Siemens AG, dass sie ihren finanziellen Erwartungen für das Geschäftsjahr 2019 entspricht. Sie geht weiterhin davon aus, dass der Auftragseingang bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von über 1 den Umsatz übersteigen wird.

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