Software-Probleme bei Bombardier

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Die neuen Doppelstockzüge, die der kanadische Hersteller Bombardier für die SBB baut, kommen nicht vom Fleck. Ursprünglich war die Ablieferung für Ende 2013 geplant. Sie verzögerte sich wegen Einsprachen von Behindertenverbänden und technischer Probleme. Der Termin wurde auf Mitte 2017 verschoben, damit die SBB die Züge auf den Fahrplanwechsel Ende Jahr hätte einsetzen können. Auch daraus wurde nichts, die Zulassung wurde auf Ende Oktober angesagt.

Nun folgt die nächste Verspätung. Auch der Termin Ende Oktober ist nicht machbar, wie 20 Minuten weiss. Mitte Monat fand die sogenannte technisch-betriebliche Sicherheitsprüfung (TBS) durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) statt. Das Bestehen der Prüfung ist Voraussetzung für die Erteilung der Zulassung. Die Experten des Bundes waren nicht zufrieden. «In der Prüfung hat sich gezeigt, dass der Zug wegen Softwareproblemen noch nicht voll funktionstüchtig ist», sagt BAV-Sprecher Andreas Windlinger. Bombardier habe ein Update angekündigt. Das BAV werde die Funktionsfähigkeit der angepassten Software bei einer weiteren Sicherheitsprüfung analysieren.

Die Zulassung verschiebt sich damit um mindestens einen Monat. Der frühestmögliche Termin für eine erste, befristete Betriebsbewilligung sei nun Ende November, sagt Windlinger. Das BAV sehe nach der Dossierprüfung und den Ergebnissen der Sicherheitsprüfung eine befristete Betriebsbewilligung für kommerzielle Fahrten vor.

Die werde je nach Ergebnis der Prüfungen Bedingungen und Auflagen enthalten. Die erforderlichen Nachweisdokumente von Bombardier lägen mittlerweile mit einer Ausnahme vollständig vor, sagt der Sprecher.

Bombardier-Sprecher Andreas Bonifazi sagt, es habe «einige wenige Software-Themen gegeben», die mit der neuen Version behoben würden. Die technisch-betriebliche Sicherheitsprüfung habe für die Interregio-Versionen der Züge wie geplant Mitte Oktober stattgefunden. Jene für die Intercity-Versionen und die Prüfungen für den Einsatz von zwei zusammengekoppelten Zügen seien «aus betrieblichen Gründen» auf Mitte November geplant. Bombardier erwarte die Zulassung für alle Zugstypen per Ende November.

Wann die neuen Züge in den normalen Einsatz mit Passagieren kommen, ist unklar. Bisher rechnete die SBB laut internen Dokumenten mit einem Ersteinsatz ab dem 9. April 2018 auf der Intercity-Linie zwischen Genf Flughafen und St. Gallen. Ob die Beteiligten den Termin einhalten können, ist unklar.

Die SBB will zu konkreten Terminen keine Stellung nehmen. Die Bahn kommuniziert nur, dass sie einen Verzug bis Ende 2018 mit der späteren Ausserbetriebnahme von Rollmaterial überbrücken könne. (red/20min)

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