SPITZKE LOGISTIK: MIT EINER SIEMENS-SMARTRON IN DIE ELEKTRO-ZUKUNFT

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Wer kann eine Lokomotive mit der Ordnungsnummer 007 am besten taufen? James Bond-Darsteller Daniel Craig. Und wenn der nicht parat steht? Die 2007 geborene Tochter des Firmenchefs, Estelle.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Beim Gleisbauunternehmen SLG Spitzke Logistik GmbH geht es trotz der führenden Rolle der Gruppe in Europa familiär zu. Am 25.7.2019 stellte das Unternehmen am Standort Großbeeren Mitarbeitern, Partnern des Unternehmens und der Presse die neueste Errungenschaft vor: eine fabrikneue Smartron-Elektrolok von Siemens. Es ist die erste E-Lok im Maschinenpark von Spitzke. Die Neuerwerbung baut auf den Vectron-Lokomotiven auf, verzichtet aber auf die sonst üblichen Mehr-Länder-Ausrüstungen, was einen moderaten Preis zur Folge hat. Die Smartron hat eine Leistung von 5.600 kW bei einer Gesamtmasse von 83 Tonnen und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

“Eine Lok, eine Farbe, ein Preis, ein Vertrag”

lauten übereinstimmend nach Angaben von Käufer und Verkäufer die Bedingungen für eine Anschaffung dieser Zugmaschine. Dadurch wird der Kaufpreis im für derartige Lokomotiven moderaten Rahmen von 2,5 Millionen Euro gehalten. Der Erfolg der Vectrons wird offensichtlich auf die neue Loktype übertragen. “Der Vectron ist seit 2010 auf dem Markt, wir haben 941 Exemplare verkauft”, freute sich Siemens-Mobility-Vertriebsleiter Deutschland Peter Hahn bei der Präsentation. “Wir produzierten diese Lokomotiven im Tagestakt, jetzt haben wir den 1,4-Tages-Takt, und ab März wird es wieder der Tagestakt werden. Wir haben gerade die 750. Lokomotive geliefert. Bei den Vectron-Verkäufen haben wir über 80 Prozent Mehrsystemloks. Was uns fehlte, war eine Lok, die in einem Land, speziell Deutschland, fährt. Mittlerweile gibt uns der Erfolg recht, wir haben von den Smartrons schon 27 Exemplare verkauft.”

Der CEO der Spitzke-Gruppe Waldemar Münich, Brandenburgs Verkehrs-Staatssekretärin Ines Jesse (MIL – Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung) und der Spitze-Prokurist Christian Krippahl waren sich einig: Es lohnt sich, in Brandenburg zu investieren. Zur filmreifen Show wurde die Vorstellung der neuerworbenen Smartron-Lok. Auf dem Spitzke-Firmengelände gibt es keinen Fahrdraht, die Elektrolok kann also nicht aus eigener Kraft fahren. Doch das war kein Problem – die Zugleistung übernahm ganz alleine der Strongman Tim “Tetzel” Schmidt, im deutschen Ranking zuletzt auf Platz 6 platziert. Nachdem Tetzel die Lokomotive zu zwei Dritteln aus der Halle gezogen hatte, half bahn manager-Herausgeber Dennis Peizert, vorne im Bild, privat niedersächsischer Karate-Landesmeister, die Lok vollends zu präsentieren.

“Das ist die 22. Lokomotive bei uns”, erklärte gegenüber bahn manager der Geschäftsführer der SLG Spitzke Logistik GmbH Matthias Lau. “Wir erneuern ja unseren Lokomotivpark seit Jahren, angefangen bei Diesellokomotiven für unsere internen Baustellenverkehre. Dann haben wir weiter investiert in dieselhydraulische Lokomotiven mit Rußpartikelfilter hauptsächlich für den Einsatz in Ballungsgebieten. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt in Elektrolokomotiven. Dann wollen wir in Hybridlokomotiven investieren, da sind wir mit Siemens in einer guten Zusammenarbeit.” Das Interview mit Matthias Lau erscheint in der kommenden Ausgabe des bahn manager.

Schon jetzt sind auf der bahn manager-Videoplattform ein FILM über die Veranstaltung zu sehen sowie auch die Reden von CEO Münich und Staatssekretärin Jesse

Bild: SLG Geschäftsführer Matthias Lau und Herausgeber Dennis Peizert vor dem Schlachtschiff der Spitze Logistik GmbH.

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