STAATSSEKRETÄR FERLEMANN AUF BERLINER SGV-FORUM: VERSPROCHEN, GEHALTEN!

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„Ich kann Ihnen heute mit Stolz sagen: Wir haben geliefert!“ erklärte Enak Ferlemann, Staatssekretär im BMVI, auf dem 13. BME/VDV-Forum Schienengüterverkehr in Berlin.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Vor zwei Jahren hatte diese etablierte Veranstaltung erstmals in Berlin stattgefunden. Damals wie jetzt war Enak Ferlemann prominenter Vertreter der Politik. In einer engagierten Rede zog Ferlemann eine Zwischenbilanz über die Realisierung des Pro Schiene-Programms aus dem Koalitionsvertrag der amtierenden Regierung. Er verwies auf die historisch hohen Ausgaben für die Bahninfrastruktur und zog das Fazit:

„Versprochen, gehalten!“

Ferlemann nutzte die Gelegenheit, um Missverständnisse über die geplante jährliche Kapitalerhöhung für die Deutsche Bahn AG auszuräumen. Es sei festgelegt, dass auch dieses Geld der Schieneninfrastruktur zu Gute kommen werde. Der Staatssekretär brach auch eine Lanze für den Einzelwagen-Güterverkehr auf der Schiene. In der Debatte kam die Frage auf, wann auch für die Infrastrukturbetreiber der nicht-bundeseigenen Bahnen eine Senkung der Trassen-Nutzungspreise möglich sein werde. Derzeit bestehe eine Wettbewerbsverzerrung, wenn durch Bundeszuschüsse die Nutzung der Bundesschienenwege günstiger sei als die der Privatbahn-Bahnstrecken, denen noch keine Subvention gewährt werde. Ferlemann erklärte dazu, die EU solle erst für den jetzigen Stand formell grünes Licht geben, dann seien weitere Beschlüsse möglich. Die komplette Rede ist auf der Video-Plattform des bahn managers eingestellt, LINK zum VIDEO:  https://youtu.be/elY3eHTJhek .

Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), erinnerte an das Forum vor zwei Jahren, das mit einem wichtigen Ereignis verbunden war: Der Verabschiedung des Masterplans Schienengüterverkehr. Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr des VDV, strahlte – der Masterplan werde inzwischen von immer mehr Verbänden unterstützt. Inzwischen seien es 41 – auch solche, die man bislang eher als bahnfern eingestuft hätte.

Der bahn manager war Medienpartner der Veranstaltung. Sie stand unter dem Motto „Mit nutzerorientierten Innovationen die Verkehrswende gestalten“. Den Stand der Digitalisierung bei der Deutschen Bahn AG schilderte Stefan Stroh, Chief Digital Officer im DB-Konzern. Wichtige Einsatzbereiche von Künstlicher Intelligenz (KI) seien die vorausschauende Unterhaltung von Fahrzeugen und die Betriebsoptimierung auf allen Ebenen. So könne eine Trassenplanung für einen Güterzug durch ein neu entwickeltes Algorithmen-Programm nun innerhalb von drei Minuten stattfinden, früher dauerte das Tage. In der Fragerunde bestätigte Stroh, dass das Programm noch nicht optimal sei, denn es gebe teilweise einen Fahrtverlauf an, der nicht der kürzest mögliche sei. Das sei aber normal für eine KI, die mit jeder Anfrage dazulerne. Es gäbe schon jetzt mehrere hundert Trassenbuchungen mit diesem System, das dadurch voll in der Optimierungsphase stehe.

Im Foyer des Tagungshotels bot Siemens Mobility die Möglichkeit, einmal selber einen Zug mit dem Siemens-ETCS-System Trainguard zu steuern – natürlich nur am durch den Konzern gebauten Simulator. Auch bahn manager-Verleger Dennis Peizert nutzte diese Chance. Die Fahrt verlief fehlerfrei, obwohl der Zug auf der linken Seite fuhr. Denn das System simulierte eine Passage in London unter der Themse. Eine Siemens-Webseite vermerkt dazu: „Die Projekte Thameslink und Crossrail sollen die Kapazität des öffentlichen Verkehrs erhöhen und die Reisezeiten verkürzen. Siemens liefert für die beiden Großprojekte Züge, Signaltechnik und Zugbeeinflussungssysteme. Sie gehören zu den größten Aufträgen, die Siemens je erhalten hat.“ Auch andere Branchenvertreter präsentierten sich am Rande des Güterverkehrsforums, so die DB, die Güterwagen-Vermieter GATX und Ermewa sowie das Unternehmen Zedas. Es offeriert Logistiksoftware für den Schienengüterverkehr, die die betriebswirtschaftlichen und bahnspezifischen Prozesse digitalisiert und automatisiert.

Mit den Vorträgen des Digitalisierungs-Projektleiters Antoine Rothey des französischen Güterverkehrsunternehmens Fret SNCF und der Digital Transformation Managerin Ischtar El-Radhi von der FORWAR DIS GmbH kam auch zusätzlicher europäischer Akzent in die Veranstaltung. Rotheysprach sich für einen stärkeren Datenaustausch zwischen den Akteuren im Schienengüterverkehr aus.

Ungewohnte Töne für einen Lobbyisten waren von Holger Lösch zu hören, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des BDI. Lösch lobte, dass die aktuelle Regierungspolitik deutlich mehr für den Schienenverkehr tue als Vorgängerregierungen. Das Bundesverkehrsministerium leiste eine gute Arbeit, da dürfe man auch einmal Danke sagen. Auch die Debattenrunden und Round Tables waren durchweg interessant. Das VIDEO zur Veranstaltung findet sich auf der bahn manager-Plattform unter https://youtu.be/NJiUKb21bAU 

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