Stuttgart 21 kostet 8,2 Milliarden und wird erst 2025 fertig

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Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat heute über Termin- und Kostenentwicklung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm beraten: Im Zentrum stand natürlich das S21-projekt, das noch einmal teurer und noch etwas später fertig werden wird, als geplant.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn erhöhte den Kostenrahmen von 6,5 Milliarden auf 8,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Darin enthalten ist ein Puffer von knapp 500 Millionen Euro. Außerdem wird die Eröffnung des unterirdischen Durchgangsbahnhofs um vier Jahre von 2021 auf 2025 verschoben.

Ursache der Kostensteigerungen sind”erhebliche Baupreissteigerungen” wegen deutlich aufwendigerer Verfahren beim Tunnelbau, so der Aufsichtsrat. Auch umfangreiche Genehmigungsverfahren unter anderem in Folge des Artenschutzes sowie die spätere Inbetriebnahme verteuerten das Projekt. Eine Fortführung sei dennoch wirtschaftlicher als ein Abbruch.

„Milliardengrab für die DB“
Sabine Leidig, bahnpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, erklärte dazu: „Stuttgart 21 ist gänzlich unwirtschaftlich und wird zum Milliardengrab für die Deutsche Bahn. Aufsichtsräte, die auf dieser Basis das Projekt einfach fortführen, stehen mit einem Bein im Gefängnis, weil sie verpflichtet sind, wirtschaftlichen Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Der Eigentümer Bund muss die Notbremse ziehen.“

Leidig weiter: „Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf vollständige Information und auf Alternativen. Die Linke fordert: Offenlegung aller Gutachten, Baustopp und das alternative Konzept ‚Umstieg21‘. Damit würde die Baugrube genutzt, es könnte ein zeitgemäßer Bahnhof für die Hälfte der Kosten von Stuttgart21 verwirklicht werden – mit erheblich mehr Kapazität und Nutzen für den Bahnverkehr.“ (red/DB/Die Linke)

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