Voith verbündet sich mit CRRC

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Während die Bundesregierung gerade den Einstieg Chinas bei 50Hertz verhinderte, geht der Maschinenbauer Voith einen anderen Weg. In der Eisenbahntechniksparte plant man eine Kooperation mit CRRC.
Über die Frage, ob China für die deutsche Wirtschaft Gefahr oder Chance ist, herrscht hierzulande große Uneinigkeit. Die Bundesregierung ihrerseits empfindet Investoren aus der Volksrepublik offenbar mehr und mehr als „gelbe Gefahr“. So hat sie jetzt den Versuch des chinesischen Staatskonzerns SGCC, beim ostdeutschen Stromnetz-Betreiber 50Hertz einzusteigen, zum Scheitern gebracht.

Auf Betreiben von Wirtschaftsminister Peter Altmaier steigen dort nicht die Asiaten, sondern die Staatsbank KfW ein. Auch gegen die Übernahme des hochspezialisierten Werkzeugmaschinenbauers Leifeld Metal Spinnning durch einen ebenfalls chinesischen Investor will die Regierung nach Angaben aus Koalitionskreisen ein Veto einlegen. Das Bundeskabinett werde vermutlich am Mittwoch Nein zu der Transaktion sagen.

Beim Maschinenbaukonzern Voith hingegen setzt der Vorstand immer mehr auf die Chance China. Voith plant in seiner Eisenbahntechniksparte die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem weltgrößten Eisenbahn-Hersteller CRRC. Das Vorhaben wurde bereits beim Bundeskartellamt angemeldet. Ein Sprecher bestätigte ein entsprechendes Vorhaben. Details, etwa zur Höhe der Anteile, könnten noch nicht genannt werden.

Pikante Details

Für die Eisenbahntechniker in der Sparte Voith Turbo sind die China-Kontakte und Geschäfte nicht neu. Seit fast 20 Jahren gibt es Geschäftsbeziehungen. Geliefert werden bereits Antriebe, Triebkopfsysteme und Kupplungen, etwa für Chinas Hochgeschwindigkeitszug CRH3, der mit 350 km/h unterwegs ist. Anfang 2017 wurde in der Nähe von Shanghai ein neues großes Voith-Eisenbahntechnikwerk in Betrieb genommen. Der Konzern aus Heidenheim mit 4,3 Milliarden Euro Umsatz vertritt die Ansicht, dass lokale Fertigung der Schlüssel zum Erfolg ist.

Die Weichenstellung zur weiteren China-Annäherung kommt maßgeblich von dem im April in den Ruhestand getretenen Ex-Voith-Chef Hubert Lienhard, der aber nach wie vor an der Spitze des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft steht. Lienhard plädierte seit jeher für offene Märkte mit China. (red/Welt)

Bild: Stephan Schaller, hat mit Wirkung zum 01. April den Vorsitz der Konzerngeschäftsführung der Voith GmbH & Co. KGaA übernommen und führt damit künftig das international agierende Technologieunternehmen. 

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