VOSSLOH: POSITIVE ENTWICKLUNG BEI FINANZEN UND AUFTRÄGEN

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Der Konzernumsatz der Vossloh AG stieg in den ersten sechs Monaten 2019 von 418,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 437,1 Millionen Euro, auch die anderen Kennzahlen waren bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz am 25. Juli 2019 positiv.

Von Hermann Schmidtendorf, Chefredakteur bahn manager

Etwa einen Monat vor der Bilanzpräsentation hatte Vossloh eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der etwa 1,6 Millionen Aktien zu je 30,70 Euro ausgegeben worden waren. Auch Großaktionär Heinz Hermann Thiele zeichnete neue Aktien. Künftig hält er 50,09 Prozent an dem Verkehrstechnikkonzern gegenüber bislang 47,24 Prozent. Thiele war im Frühjahr 2011 bei Vossloh eingestiegen und stockte seitdem seine Beteiligung kontinuierlich auf. Börsenexperten reagierten positiv auf den neuen Finanzschub von brutto etwa 49 Millionen Euro.

In seiner Halbjahresbilanz berichtet der Vossloh-Konzern, dass der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten 2019 die Umsätze deutlich übertraf und 568,9 Millionen Euro betrug (Vorjahr: 479,7 Millionen Euro). Dies entspricht einem Anstieg um 18,6 Prozent. Zum 30. Juni 2019 lag der Auftragsbestand des Vossloh-Konzerns bei 726,9 Millionen Euro (Vorjahr: 543,5 Millionen Euro). Wesentlicher Treiber war der Geschäftsbereich Core Components. Dort stiegen die Auftragseingänge in den ersten sechs Monaten 2019 maßgeblich um 34,4 Prozent auf 243,9 Millionen Euro. Neben einem Großauftrag des Kunden Rio Tinto zur Lieferung von Betonschwellen für ein Minenprojekt in Australien haben sich auch die Auftragseingänge in Nordamerika positiv entwickelt. Während die Erlöse bei Vossloh Fastening Systems mit 109,3 Millionen Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres lagen, stieg der Umsatz von Vossloh Tie Technologies auch akquisitionsbedingt auf 61,0 Millionen Euro.

Erfreut zeigt sich die Vossloh-Geschäftsführung auch über den Geschäftsbereich Customized Modules mit wichtigen neuen Rahmenverträgen. So wird Vossloh in den nächsten Jahren Weichenkomponenten an Trafikverket, das schwedische Zentralamt für Verkehrswesen, liefern. Mit Trafikverket ist ein Umsatzvolumen inklusive Optionen von mehr als 75 Millionen Euro vereinbart worden. Ein weiterer größerer Rahmenvertrag wurde mit der italienischen Staatsbahn Rete Ferroviaria Italiana (RFI) über die kommenden zwei Jahre im Umfang von 25 Millionen Euro unterzeichnet. Diese Volumina werden komplett erst mit Abruf im Auftragseingang ausgewiesen werden. Rückgänge waren in Großbritannien, den USA, Polen und Finnland zu verzeichnen. Ebenfalls positiv entwickelte sich der Auftragseingang im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions.

Das bereinigte EBIT des Vossloh-Konzerns betrug in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 20,5 Millionen Euro (Vorjahr: 22,8 Millionen Euro). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte demnach 4,7 Prozent im Vergleich zu berichteten 5,4 Prozent im Vergleichszeitraum 2018. Das am 23. April 2019 angekündigte Maßnahmenprogramm zur nachhaltigen Steigerung der Profitabilität sowie zur Erhöhung der Eigenfinanzierungskraft ist nach Mitteilung der Vossloh-Geschäftsleitung planmäßig angelaufen. Es umfasst eine Reduzierung der Anzahl der Mitarbeiter gegenüber Ende 2018 in einer Größenordnung von fünf Prozent, wobei durch Akquisition die absolute Mitarbeiterzahl dennoch zunächst ansteigt. Keine Neuigkeiten gab es zum angestrebten Verkauf der Lokomotivfabrik in Kiel. Am 28. März 2019 hatte es dazu geheißen: “Hier rechnet das Management zeitnah mit der angestrebten Veräußerung und einer guten Lösung für die Weiterentwicklung der Aktivitäten unter einem neuen Eigentümer.” Das Management geht für das Geschäftsjahr 2019 aus dem operativen Geschäft weiterhin von einem Konzernumsatz von 900 Millionen Euro bis 1 Milliarde Euro und einem bereinigten EBIT zwischen 50 und 60 Millionen Euro aus. Die nächste Bilanz-Zwischenmitteilung zum 30. September 2019 soll am 24. Oktober 2019 herausgegeben werden.

WERDOHL – FABRIK DER ZUKUNFT

Ein deutliches Signal in Richtung Zukunft gab es am 4. Juli 2019 mit dem symbolischen ersten Spatenstich für eine neue 8.000 Quadratmeter große Fertigungshalle, die bis 2021 fertig werden soll. An den Standorten Werdohl und Lüdenscheid investiert Vossloh insgesamt etwa 40 Millionen Euro. “Mit der Fabrik der Zukunft entsteht die modernste und leistungsfähigste Fertigung weltweit für Schienenbefestigungen”,  erklärte Andreas Busemann, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG. “Die Fertigung wird durch geradlinige Abläufe, neue Technologien und einen deutlich höheren Automatisierungsgrad in der Spannklemmen-Produktion optimiert.“Gleichzeitig soll die Wertschöpfungstiefe durch erhöhte Eigenfertigung von Systemkomponenten erhöht werden. Zu den neuen zum Einsatz kommenden Technologien zählt unter anderem die innovative Oberflächentechnologie Vossloh protect, eine extrem widerstandsfähige Premium-Zink-Beschichtung der Spannklemmen und Schrauben.

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