ÖBB: Intelligenter Güterzug geht in die nächste Runde

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Die Innovationspartnerschaft der Rail Cargo Group, SBB Cargo, und dem Messtechnik-Unternehmen PJM zum intelligenten Güterzug wächst. Als zusätzlicher Partner im Verbund hat nun Mercitalia Rail die Arbeit aufgenommen.

Dazu wurde ein Memorandum of Understanding (MoU) für die gemeinsame Zusammenarbeit unterzeichnet. Fokus ist es, einen Standard für die Kommunikation im Zug zu entwickeln und diesen Standard in verschiedenen intelligenten Anwendungen europaweit zu nutzen.

Investition in Sicherheit und Zukunft

Aktuell werden Bremsproben manuell durchgeführt. So müssen die Bremsen bei jedem neu formierten Zug vor der Abfahrt von einem Mitarbeiter direkt am Wagen auf ihre Funktionalität überprüft werden. Dies soll zukünftig unter dem Aspekt der Sicherheitsrelevanz – vor allem in Hinblick auf den Rangierbetrieb und die Sicherheit im Gleisbereich – automatisch erfolgen.

Für die Systementwicklung der automatischen Bremsprobe wird dabei ein Verfahren verwendet, das die behördliche Anerkennung für Eisenbahnverkehrsunternehmen in weiteren Länder ermöglicht. Damit können auch andere Bahnen das System und die automatische Bremsprobe einführen. Ziel ist die Effizienzsteigerung des Güterverkehrs, die Senkung der Produktionskosten und damit eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.

Innovationsgemeinschaft wächst

Die gemeinsame und länderübergreifende Entwicklung von Produkten ist im Schienengüterverkehr sinnvoll, da die Anwendungen von Beginn weg über die Ländergrenzen getestet werden können. So wird die Antragsstellung zur behördlichen Zulassung in Europa beschleunigt.

Nun schließt sich auch Mercitalia Rail der Innovationspartnerschaft an. Dadurch wird der intelligente Güterzug in der Schweiz, Österreich und in Italien getestet. Der erste Pilotzug ist bereits seit August 2017 in der Schweiz unterwegs, die Testphase in Österreich startete im April 2018 – Italien folgt. Basis dabei ist die Hardwarelösung von PJM.

Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten

Im Rahmen der Digitalisierung im Schienengüterverkehr legt die Rail Cargo Group den Schwerpunkt in der Standardisierung und Automatisierung der Betriebs- und Produktionsprozesse um eine signifikante Erhöhung des Kundennutzens sowie eine Optimierung der Verwendung und Instandhaltung von Güterwagen zu erreichen. Ziel der zu entwickelnden Systemlösung ist es, diese künftig als de-facto Standard einzusetzen.

Abseits von der Erfüllung von Kundenanforderungen wird an der Technologie im Bereich Betrieb und Produktion, Instandhaltung, Normen und Sicherheit sowie Wagenverwendung gearbeitet. Sensorik-Lösungen erlauben es dabei, Verbesserungen hinsichtlich Qualität, Sicherheit, Kosten, Schnelligkeit und Flexibilität zu erzielen. (red/ÖBB)

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