Bombardier: Mit moderner Fertigungshalle fit für Industrie 4.0

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Ab 1846 produzierte die “Eisengießerei- und Maschinenbauwerkstatt” in Bautzen dampfbetriebene und von Pferden gezogene Schienenfahrzeuge, jetzt wurde sie in die Industriewelt 4.0 überführt – Bombardier Transportation weihte in ihrem 1998 von der Deutschen Waggonbau AG übernommenen Werk Bautzen eine neue hochmoderne Fertigungshalle ein.

Von Hermann Schmidtendorf, Redaktion bahn manager 

Am Standort Bautzen können Schienenfahrzeuge verschiedenster Typen hergestellt werden. Seit 2008 steht auf dem Werksgelände ein eigener 850 Meter langer Testring zur Verfügung. In der neuen Halle können bis zu 600 Wagen pro Jahr ausgebaut werden, dabei lassen sich parallel drei verschiedene Fahrzeugtypen produzieren. Die nach eigenen Angaben weltweit modernste Montagehalle von Bombardier Transportation hat eine Gesamtfläche von 8.100 Quadratmetern mit 500 Arbeitsplätzen. Für den verstärkten Einsatz digitaler Technologien wurden etwa 24 Kilometer Elektrokabel verlegt und 568 Leuchten montiert. Bombardier gibt die Investitionskosten am Standort Bautzen mit rund 30 Millionen Euro an, davon entfallen etwa 8 Millionen Euro auf die neue Fertigungshalle. Ein Musterbeispiel an Effizienz: Gegenüber der Vorgängerhalle werden jährliche Ersparnisse von etwa einer Million Euro in den Bereichen Logistik, Energie- und Wartungskosten angesetzt.

Bei der Einweihung nahm Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmar Bezug auf die im März 2018 in Einvernehmen mit der Arbeitnehmervertretung abgeschlossene Umstrukturierung des Deutschlandgeschäfts des kanadischen Herstellers: „Heute ist ein guter Tag für Bautzen und die Oberlausitz. Die jetzt geplante Investition sichert 1.000 Arbeitsplätze hier bei Bombardier und viele weitere bei Zulieferern in der Region. Für dieses klare Bekenntnis bin ich dem Unternehmen dankbar. Hinter uns liegen schwierige Verhandlungen und eine Zeit der Verunsicherung. Sehr dankbar bin ich all denen, die sich für den Erhalt der Werke in Bautzen und Görlitz eingesetzt haben. Nun geht es darum, auch für das Werk in Görlitz eine gute Perspektive zu schaffen. Denn das Potenzial, was es dort gibt, ist noch nicht ausgeschöpft.“

Die Neuausrichtung soll bis 2020 abgeschlossen sein und allen deutschen Standorten eine langfristige, tragfähige Perspektive bieten. Dabei können in Deutschland bis zu 2.200 Arbeitsplätze entfallen, davon ein Drittel Leiharbeitsstellen. Michael Fohrer, Deutschlandchef von Bombardier Transportation: „Mit der neuen Halle und moderner Industrie 4.0-Produktion läuten wir am über 170 Jahre alten Traditionsstandort Bautzen eine neue Ära ein. Wir investieren und schaffen hier ein Kompetenzzentrum für die Serienfertigung von Regional- und Fernverkehrszügen sowie S-, U- und Straßenbahnen. Das sind starke Argumente für eine gute und sichere Zukunft des Werkes.“ Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig versicherte: “Der Freistaat wird den Neubau der Spreebrücke und den Ausbau der kommunalen Zufahrtsstraße mit Fördermitteln unterstützen.”

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